Montag, 20. März 2017

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen. (Mt 1,20)

HOCHFEST DES HEILIGEN JOSEF

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪1,16.18-21.24a.

‪Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.

‪Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

‪Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

‪Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

‪Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

‪Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen. (Mt 1,20)

 

Diese Aufforderung des Erzengels Gabriel so direkt auf uns zu beziehen, ist vielleicht ein wenig gewagt. Aber an anderer Stelle, als Jesus den Johannes bittet, Maria als seine Mutter anzunehmen (Joh 19,27), hat die Tradition der Kirche es im Laufe der Jahrhunderte wie selbstverständlich immer auf uns alle bezogen, nicht nur auf den Lieblingsjünger. Dürfen wir dann nicht auch diese Stelle auf uns beziehen? Wir sollen Maria als unsere Frau annehmen, natürlich nicht als Ehefrau, aber als unsere Mutter, als unsere Freundin, als unsere Gefährtin.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Manche fürchten sich, weil sie nicht wollen, dass Maria in Konkurrenz zu Jesus tritt. Aber ich glaube, dass diese Befürchtung unbegründet ist. Wie viele Mütter gibt es, die mehrere Kinder haben! Ist die Liebe zu einem Kind Konkurrenz zum anderen? Oder gar Konkurrenz zum Ehemann? Ich kenne so viele Menschen, die Marienverehrer sind. Alle die ich kenne, haben eine tiefe Liebe zu Jesus und eine tiefe Beziehung zum Heiligen Geist. Ich kenne keinen, bei dem die Liebe zu Maria nicht die Liebe zu Gott gefördert hätte. Es ist keine Konkurrenz, sondern im Gegenteil: Die Liebe zu Maria wirkt wie ein Katalysator, der die Beziehung zum dreifaltigen Gott erst richtig zum Brennen bringt.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Ein Katalysator ist ein Stoff, der eine chemische Reaktion beschleunigt. Darf ich dieses Bild auf die Rolle Marias im Heilsplan Gottes übertragen? Die chemische Reaktion wäre dann unsere Liebe zu Gott. Maria wäre der Katalysator, der diese Liebe beschleunigt, diesen Prozess anfacht, schneller in Gang bringt. Das ist doch wunderbar. Dagegen gibt es doch nichts einzuwenden. Es geht immer um die Liebe zu Gott. Alles, was dabei helfen kann, müsste uns doch herzlich willkommen sein.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Viele Menschen machen eine sogenannte Marienweihe. Das ist ein vielleicht altmodisch klingender Begriff. Aber es geht um genau das, was Josef gemacht hat: Maria zu sich zu nehmen. Ihr unser Leben anzuvertrauen. Damit sie uns hilft, dass unsere Liebe zum dreifaltigen Gott intensiviert wird. Daher möchte ich mit diesem heutigen Evangelium uns alle einladen, Maria in unser Leben aufzunehmen, wie Josef es getan hat. Möge sie uns dann helfen, Jesus noch mehr zu lieben, und in unserer Liebe zu Jesus beständig zu werden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns so viele Helfer schenkst, damit wir in unserer Liebe gefestigt werden. Ich danke dir für Maria, ich danke dir für den Heiligen Josef, ich danke dir für den Heiligen Erzengel Gabriel und für alle Engel. Ich danke dir für alle Heiligen, ich danke dir auch für deine Kirche, für alle Menschen, mit denen ich befreundet bin, die mich auf meinem Weg begleiten. So viele Menschen sind es, die mir helfen, dass meine Liebe zu dir immer wieder angefacht und gefestigt wird. Danke, dass wir dich in der Gemeinschaft lieben dürfen, dass die Liebe zu dir untrennbar verbunden ist mit der Gemeinschaft der Kirche, mit der Gemeinschaft mit Maria.

 

 

Pastor Roland Bohnen