Mittwoch, 22. März 2017

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5,19)

03 Woche der Fastenzeit - Mittwoch

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪5,17-19.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

‪Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

‪Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.  (Mt 5,19)

 

Dies zählt zu den Worten Jesu, mit denen ich mich schwer tue. Es wird eine Kontinuität geben zwischen meinem Leben hier und dem ewigen Leben bei Gott. Ich hatte gehofft, dass im Himmel alle gleich sein werden, dass es kein Oben und Unten dort mehr gibt. Aber Jesus sagt, dass es Erste und Letzte geben wird, er sagt, dass es Große und Kleine geben wird.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Ich kann mich damit trösten, dass ein Kleiner dann kein Problem mehr damit haben wird, dass er klein ist, er wird nicht von anderen herabgesetzt werden; die Großen werden nicht überheblich sein, denn alle sind voll von Liebe für einander. Aber es scheint so, dass das, was ich hier gelebt habe, der Grundstein für das ist, was später einmal sein wird. Der Himmel ist nicht ein völliger Neuanfang, so dass jeder noch mal bei Null anfängt, sondern jeder baut auf das auf, was er hier grundgelegt hat.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Wie gesagt, ich tue mich damit schwer, ich versuche nur, zu verstehen, was Jesus uns sagen will. Wir werden sicher versöhnt sein mit uns selber und mit den anderen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das, was Geschehen ist, nicht ungeschehen werden kann. Das bedeutet, dass alles, was wir hier im Leben tun oder lassen, in unsere Geschichte eingeht und unsere Person prägen wird. Das Negative wird nicht einfachhin ausgelöscht, sondern es wird geheilt, wir werden mit allem versöhnt sein.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Für mich heißt das – wenn ich Jesus hier richtig verstehe – dass alles, was ich tue, von Belang ist, dass ich die Relevanz meiner Taten hier und jetzt nicht unterschätzen darf. Ich muss mein Leben ernst nehmen, und zwar jeden Tag, jede Stunde. Jeder Tag ist eine Chance, die ich entweder nutzen kann, oder ich verpasse sie. Ich will möglichst gut leben, will die Chancen nutzen. Ich weiß, dass mir alle Fehler vergeben werden können. Aber es ist schöner, wenn ich am Ende nicht nur ein Chaos veranstaltet habe, was Gott und meine Mitmenschen mir verzeihen werden, und mit dem ich selber mich dann auch versöhnen kann. Es ist weitaus schöner, wenn ich einen großen Korb mit schönen Früchten mitbringen kann in das ewige Leben, die ich hier auf der Erde gesammelt habe.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mir heute sagst, dass ich das Leben ernst nehmen soll. Jeder Tag zählt. Es ist nicht gleichgültig, wie ich hier auf der Erde lebe. Im Gegenteil, ich stelle gerade meine Biographie zusammen, und die sieht entweder gut oder schlecht aus. Ich will mich nicht darauf verlassen, dass ich alles Schlechte nachträglich versöhnen kann. Ich will mich bemühen gut zu sein. Bitte hilf mir heute dabei. Amen.

 

 

Pastor Roland Bohnen