Montag, 2. Januar 2017

Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt. (Joh 1,26)

Weihnachtszeit 02 Januar

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn ‪1,19-28.

‪Dies ist das Zeugnis Johannes' des Täufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?,

‪bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.

‪Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.

‪Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?

‪Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

‪Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.

‪Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?

‪Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt

‪und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.

‪Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt. (Joh 1,26)

 

Jesus hatte noch nicht begonnen, sich zu offenbaren. Daher konnten die Juden ihn noch nicht kennen. Aber ich finde, dass der Satz auch für uns Sinn macht. Jesus hat sich uns zwar schon offenbart, wir haben ihn schon kennengelernt. Aber trotzdem können wir ihn noch mehr kennenlernen. Es gibt auch in unserem Leben Momente, wo er zwar mitten unter uns ist, aber wo wir ihn nicht erkennen. Vielleicht haben wir nicht genug Acht gegeben auf ihn. Vielleicht haben wir sogar gezweifelt. Vielleicht haben wir uns von ihm im Stich gelassen gefühlt. Aber doch war er da, mitten unter uns!

 

Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.

 

Unsere Aufgabe ist es, seine Anwesenheit zu suchen. „Sucht, wo Christus ist!", sagt Paulus in Kolosser 3,1. Dazu müssen wir immer wieder in seine Gegenwart eintreten, uns seiner Gegenwart bewusst werden. Es genügt manchmal, dass wir kurz innehalten und uns seiner Gegenwart bewusst werden. Manchmal müssen wir auch eine längere Gebetszeit einlegen, um wieder tiefer in seine Gegenwart einzutreten. Wenn wir seine Nähe verloren haben, dann bringt es nichts, dass wir andere Arbeiten erledigen. Sobald wir Zeit finden, sollten wir uns dann erst mal zurückziehen, um seine Nähe wieder zu finden.

 

Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.

 

Denken wir an die Wallfahrt der Heiligen Familie nach Jerusalem! Wie schnell ist es passiert, dass sie Jesus aus den Augen verloren haben! Und wie lange hat es gedauert, bis sie Jesus wieder gefunden haben! Also wenn wir spüren, dass wir nervös sind oder hektisch, oder traurig, oder verärgert, oder wenn wir uns Sorgen machen – immer wenn es nicht so ist, wie es sein sollte, dann suchen wir als erstes wieder seine Gegenwart. Es gibt keine Situation, wo er nicht mitten unter uns wäre. Die Aufgabe ist es immer nur, dass wir ihn wieder erkennen. Es wäre schön, wenn es uns gelingen würde, den heutigen Tag ganz in seiner Gegenwart zu leben. Denken wir daran: Er steht mitten unter uns!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich uns auch heute noch immer mehr offenbaren willst. Du willst, dass wir dich suchen und erkennen. Du willst nicht unerkannt sein. Hilf mir, dass ich dich heute immer wieder suche! Lass nicht zu, dass ich längere Strecken ohne dich lebe. Heiliger Geist, erinnere mich an deine Worte an die Worte Gottes, an die Gegenwart Jesu, damit ich ihn nicht verliere!

 

 

Pastor Roland Bohnen