Dienstag, 10. Januar 2017

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. (Mk 1,27)


01 Woche im Jahreskreis – Dienstag

 

EVANGELIUM

Mk 1, 21-28

21In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.

22Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

23In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:

24Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

25Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

26Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

27Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

28Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. (Mk 1,27)

 

Die wenigsten Menschen sind „besessen" im reinsten Sinne des Wortes. Aber die unreinen Geister gibt es. Und in gewisser Weise haben diese Geister mehr oder weniger starke „Festungen" in vielen Menschen. Das gilt auch für Christen, die Jesus ihr Leben übergeben haben. Wir übergeben zwar Jesus unser Leben, und das ist sehr gut, das ist sehr wichtig, aber dennoch behalten diese unreinen Geister ihre Macht in bestimmten Bereichen unseres Lebens. Das sind genau die Bereiche, wo wir christlich leben wollen, aber wo es uns nicht gelingt, wo wir immer wieder sündigen, obwohl wir doch Christus folgen wollen.

 

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

 

Die unreinen Geister wollen sich verborgen halten, sie wollen nicht, dass man sie erkennt. Solange man sie nicht erkennt, können sie ungestört wirken. Ihnen ist lieb, wenn ein Christ denkt, es gäbe sie nicht. Sie sind zufrieden, wenn der Christ meint, er müsse sich einfach nur etwas mehr anstrengen, um diese oder jede Sünde zu überwinden. Der Christ soll möglichst nicht erkennen, dass er diese Geister viel besser vertreiben kann mit geistlichen Mitteln, vor allem durch die sakramentale Beichte, die immer eine befreiende Kraft gegen diese Geister beinhaltet. Selbstdisziplin ist wichtig und notwendig, aber sie allein führt nicht zum Ziel. Die Selbstdisziplin muss gepaart werden mit der geistlichen Kraft, die Jesus uns durch die Sakramente schenkt.

 

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

 

In der charismatischen Erneuerung haben wir auch das Befreiungsgebet entdeckt. Wir haben entdeckt, wie wirksam es ist, wenn ein Mensch für einen anderen um Befreiung betet. Das ist neben der Beichte eine geistliche Methode, um diese Geister zu vertreiben. Wenn die geistliche Atmosphäre sehr intensiv ist in einer betenden Gemeinschaft, dann geschieht es manchmal, dass sich diese Geister zeigen müssen. Sie müssen sozusagen herauskommen aus ihren Verstecken. Dann kann es zu sogenannten „Manifestationen" kommen, worüber man sich tatsächlich erschrecken kann, wie hier im Evangelium. Aber eigentlich ist das etwas Gutes. Denn wenn sie sich zeigen müssen, dann sind sie schon verloren, dann kann man sie wirklich durch das Gebet viel besser vertreiben. Ich habe aber auch schon gehört, wie geistliche Menschen gebetet haben, dass diese Geister still und ohne Getöse verschwinden sollen. Ehrlich gesagt, bete ich das auch öfter, weil es mir  unangenehm ist, wenn die Leute sich so erschrecken über die Manifestationen. Jesus hatte diese Sorge nicht. Er hatte kein Problem damit, dass der unreine Geist den Mann mit lautem Geschrei verließ. Vielleicht hat Jesus das zugelassen, damit die Menschen überhaupt einmal erkennen, dass es diese Wirklichkeiten gibt.

 

Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

 

Was heißt das für uns? Wir sollen einsehen, dass es diese unreinen Geister gibt, vielleicht auch in unserem eigenen Leben, und dass sie gern verborgen bleiben. Wir sollen einsehen, dass wir geistliche Mittel anwenden müssen, um sie zu bekämpfen. Schließlich sollen wir keine Angst davor haben, sondern im Gegenteil. Wir haben die Aufgabe, uns selbst und die Welt immer mehr von diesen unreinen Geistern zu befreien. Mit Jesu Hilfe und in seinem Namen können wir das sehr gut schaffen. Die unreinen Geister haben Angst davor, aber für uns ist es keine Überforderung, weil Jesus an unserer Seite ist.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Auftrag gibst, uns selbst und die Welt zu befreien von diesen unreinen Geistern. Ich danke dir, dass wir mit dir und in dir immer mehr frei werden können von den Sünden, vor allem auch von den Gewohnheitssünden. Hilf uns, dass wir immer die Hoffnung behalten. Lass uns nie aufgeben. Lass uns immer an die geistliche Kraft glauben, die wir in deinem Namen besitzen. Lass uns aber auch die Selbstdisziplin aufbringen, die notwendig ist, um das Böse zu besiegen!

 

 

Pastor Roland Bohnen