Mittwoch, 4. Januar 2017

Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? (Joh 1,38)

04 Januar

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn ‪1,35-42.

‪In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.

‪Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!

‪Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.

‪Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

‪Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.

‪Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.

‪Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus.

‪Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

 

 

Tagesimpuls:

 

Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? (Joh 1,38)

 

Jesus will sich offenbaren. Dem entspricht von unserer Seite, dass wir ihn kennen lernen. Daher ist die Frage „Wo wohnst du?" sehr passend. Wenn wir Menschen uns gegenseitig kennenlernen, dann ist oft die erste Frage, wo wir herkommen. Die Herkunft sagt etwas aus über die Identität. Unser Pass verrät auch unsere Herkunft. Dass ich Deutscher bin, hat etwas mit meiner Identität zu tun. Das ich von Gott stamme, hat natürlich noch mehr mit meiner Identität zu tun. Wo ich jetzt wohne, hat auch etwas mit meiner Identität zu tun. All das sind Themen, um die es beim Kennenlernen geht. Die Jünger interessieren sich für Jesus, für seine Identität, sie wollen ihn kennen lernen.

 

Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

 

Sie sprechen ihn schon als Meister an, so wie Johannes der Täufer für sie ein Meister war. Damit haben sie auch schon etwas über Jesus erfahren. Johannes der Täufer hatte es ihnen so gesagt. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass die Jünger nach der Identität des Meisters fragen, und nicht nach seiner Lehre. Das, was Jesus uns geben will, ist er selber. Natürlich hat Jesus auch eine Lehre, aber das Wesentliche ist seine Person. Er teilt sich selbst mit. Das ist seine Botschaft. Jesu Jünger werden wir nicht, indem wir eine Lehre befolgen, Jesu Jünger werden wir, indem wir Jesus kennenlernen, indem wir in eine Beziehung zu Jesus eintreten.

 

Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

 

Die Liebesbeziehung zu Jesus setzt uns frei, seine Botschaft zu leben. Seine Botschaft wiederum besteht in nichts anderem als menschlich zu werden, Liebesbeziehungen zu allen Menschen zu leben, beziehungsfähig und liebesfähig zu werden und zu sein. Der Schlüssel zu diesem allem ist die Liebesbeziehung zu Jesus. Je mehr wir Jesus kennenlernen, je mehr wir ihn lieben, umso mehr werden wir heil, umso mehr werden wir liebesfähig, umso mehr werden wir in guten menschlichen Beziehungen leben.

 

Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

 

Die Liebesbeziehung zu Jesus lässt uns nicht nur die Identität Jesu immer besser erkennen, sie hilft uns auch dabei, unsere eigene Identität immer besser kennenzulernen. Wenn ich Jesus kennenlerne, dann lerne ich, wer ich bin, wo ich herkomme, wozu ich geschaffen bin, was Gott in mich hineingelegt hat. Ich finde zu meiner Bestimmung, ich finde zu meiner Erfüllung.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir so sehr, dass ich in einer Liebesbeziehung zu dir leben darf. Danke, dass du mich heilst und befreist, dass du mir hilfst, mich selbst kennen zu lernen, zu wissen wer ich bin, und dass du mir hilfst, so zu leben, wie du es für mich bestimmt hast. Hilf mir, in guten Beziehungen zu leben. Hilf mir dabei, ganz liebesfähig zu sein, dass ich lerne, für andere zu leben, im anderen zu leben, dass ich glücklich und erfüllt werde durch die Liebe.

 

 

Pastor Roland Bohnen