Samstag, 21. Januar 2017

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Mt 4,17)

03 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mt 4, 12-23

 

12Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück.

13Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali.

14Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:

15Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa:

16das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.

17Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

18Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer.

19Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

20Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

21Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie,

22und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

23Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

 

Tagesimpuls:

 

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.  (Mt 4,17)

 

Nicht nur Johannes der Täufer, auch Jesus verkündet in seiner Botschaft, dass die Menschen umkehren sollen. Heute betonen wir – zu Recht – dass Jesus die Liebe Gottes verkündet hat. Wir sehen das auch weiter unten im Evangelium. Da heißt es, dass Jesus im Volk alle Krankheiten und Leiden heilte. Hier sieht man, dass Jesus die Liebe Gottes nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten verkündet.

 

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

 

Wir Priester betonen heute sehr stark die Liebe Gottes. Jesus verkündet diese Liebe den Sündern, Gott liebt jeden, vor allem die Menschen, die im Dunklen leben, so wird es auch im Evangelium ausgedrückt. Aber wir müssen auch die Tatsache beachten, dass nicht nur Johannes der Täufer, sondern auch Jesus verkündet hat, dass wir umkehren sollen. Warum genügt es nicht, nur mit Worten und Taten die Liebe Gottes zu verkünden? Weil wir Menschen auch etwas tun müssen. Bei aller Liebe, daran kommen wir nicht vorbei. Die Erfahrung der Liebe Gottes hilft uns dabei, umzukehren. Nur, wer sich geliebt weiß, kann ehrlich zu seinen Fehlern stehen und hat die Kraft zu einem neuen Anfang. Andererseits ist es aber auch die Umkehr, die uns überhaupt fähig macht, die Liebe zu empfangen. Ich denke an eine Karikatur, die ich einmal auf Facebook gesehen habe, da liegt ein Mann auf einer Liege am Strand mit Sonnenbrille, dicken Kopfhörern, einem Buch in der Hand, und dann sagt er: „Ich wundere mich, dass ich schon so lange gar nichts mehr von meinem guten Hirten höre." Aber Jesus steht im Hintergrund mit seinem Hirtenstab, ein Schaf auf dem Arm, und ruft ihn die ganze Zeit. Das Bild zeigt deutlich: Wenn ich meine Augen und Ohren verschließe, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich von Gott nichts höre. Wie kann dieser Mensch die Liebe Gottes empfangen, wenn er nicht umkehrt und sich wieder für Gott öffnet?

 

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

 

Wir müssen also etwas tun – bei aller Liebe! Gott liebt uns immer, er hilft uns auch umzukehren. Aber um unseretwillen müssen wir beginnen, selber etwas zu tun. Wir müssen aufhören mit den Sünden und Lastern, auch wenn es uns schwer fällt. Es bringt uns nicht weiter, wenn wir uns damit begnügen, uns herauszureden, dass Gott uns ja trotzdem liebt. Stellen Sie sich vor, jemand würde wiederholt eine schwere Sünde begehen, dabei einen anderen Menschen immer wieder verletzen, und dann redet er sich immer damit heraus: „Gott wird mir das vergeben, wenn ich einmal vor ihm stehe." Einem solchen Menschen würde Jesus zurufen. „Kehr um! Kehr endlich um, das kann so nicht weitergehen!" Und Jesus würde ihm den Heiligen Geist schenken und alle Kraft, die ihm hilft, umzukehren. Das ist die Liebe Gottes. Die Liebe Gottes ist nicht eine Stimme, die sagt: „Ich weiß, wie schwach du bist, mach ruhig weiter mit deinen Sünden, ich verzeihe dir und ich liebe dich." Die Liebe würde sagen: „Du musst auch kämpfen, es geht nicht ohne Opfer. Ich schenke dir die Kraft."

 

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

 

Wenn Jeus dir in diesem Moment Lebensbereiche zeigt, wo du umkehren musst, dann vertraue jetzt auf seine Kraft. Glaube nicht weiter die Lüge, dass du zu schwach wärst. Der Teufel will, dass du denkst, du könntest nicht umkehren. Aber das ist eine Lüge. Er will nicht, dass du frei wirst, er will nicht, dass du in der Freiheit der Kinder Gottes leben kannst. Glaube Jesus, der dir sagt: „Du kannst umkehren, ich gebe dir die Kraft dazu! Mit meiner Hilfe kann alles besser werden."

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich nicht nur zur Umkehr aufrufst, sondern dass du mir auch die Kraft schenkst, umzukehren. Jesus, du siehst auch, wo ich immer noch die Lügen des Teufels glaube, ich wäre zu schwach, ich könnte es nicht usw. Ich will diese falschen Gedanken gefangen nehmen (vgl. 2 Kor 10,5), ich glaube dir! Du rufst zur Umkehr, und du gibst die Kraft dazu. Dafür danke ich dir. Amen.