Samstag, 31. Dezember 2016

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. (Lk 2,19)


1. Januar - Neujahr

OKTAVTAG VON WEIHNACHTEN

HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA

 

EVANGELIUM                                                                                                    Lk 2, 16-21

16So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

17Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.

18Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.

19Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

20Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

21Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

 

Tagesimpuls:

 

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. (Lk 2,19)

 

Maria ist für uns Vorbild. Sie lässt sich etwas sagen. Das ist nicht selbstverständlich. Es gibt sehr viele Menschen, die sich nichts sagen lassen können. Für sie zählt nur ihr eigener Horizont. Sie tun sich sehr schwer damit, etwas von anderen anzunehmen, vor allem, wenn es etwas Neues ist, was sie nicht gewohnt sind, was sie noch nie gehört haben. Wenn wir bedenken, welch niedrigen gesellschaftlichen Status die Hirten damals hatten, dann ist es besonders bemerkenswert, dass Maria sich von ihnen etwas sagen lässt.

 

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

 

Maria ist Vorbild für alle kontemplativen Menschen. Maria denkt über die Geschehnisse nach. Man muss dabei im Blick haben, dass in der hebräischen Sprache die Worte für Geschehnis und Wort gleich sind. Ein Wort ist also immer ein Geschehen. Das sehen wir z.B. sehr deutlich an Genesis 1. Wenn Gott spricht, dann geschieht etwas. Worte sind nach der hebräischen Mentalität nicht nur Worte, sondern Worte sind zugleich Taten. Mit unseren Worten handeln wir. Wenn Maria also über die Geschehnisse nachdenkt, dann kann man ebenso gut sagen, dass sie über die Worte nachdenkt, wie es z.B. in Lukas 2,19 gesagt wird.

 

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

 

Also denkt Maria über die Worte Gottes nach. Zugleich denkt sie nach über alles, was geschehen ist in ihrem Leben. Sie sieht Gottes Wort, Gottes Wirken in ihrem Leben. Sie ist ein kontemplativer Mensch. Das ist ein Mensch, der bewusst lebt, der sich Zeit nimmt für das Gebet. Der über die Dinge nachdenkt. Sie handelt nicht nur spontan aus der momentanen Laune heraus, sie handelt auch nicht nur aus ihrer Gewohnheit heraus, oder nur bestimmt von der Tradition, wie es vielleicht in ihrem Heimatdorf alle gemacht hätten; sondern ihr Handeln ist geprägt vom Wort Gottes. Ihr Handeln ist geprägt vom Nachdenken, vom Betrachten, vom Meditieren.

 

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

 

Wenn wir Maria nachahmen wollen, dann müssen wir auch nachdenken. Wir müssen auch kontemplative Menschen werden. Wir müssen uns immer wieder fragen: Wie würde Jesus jetzt handeln? Was würde Jesus jetzt tun? Es ist so wichtig, dass wir jeden Tag über das Wort Gottes nachdenken, damit es uns immer mehr prägt. Es ist so wichtig, dass wir bereit sind, uns von anderen etwas sagen zu lassen, damit wir für Gott erreichbar bleiben. Leben wir nach dem Vorbild Marias! Leben wir bewusst! Lassen wir uns vom Wort Gottes beeinflussen!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns in Maria so ein gutes Vorbild geschenkt hast. Ich danke dir für die Worte der Bibel, die das Leben Marias in den wichtigsten Punkten aufgezeichnet hat. Ich danke dir für dein Wort, durch das wir uns jeden Tag prägen lassen können. Hilf mir, dass ich offen bin, dass ich immer bereit bin, mir etwas sagen zu lassen, dass ich für dich erreichbar bin und bleibe. Hilf mir auch, dass dein Wort wirklich mein Leben, meine Handlungen prägt. Ich will nicht nur morgens dein Wort betrachten, ich will auch den ganzen Tag über davon geprägt sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen