Freitag, 30. Dezember 2016

Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. (Mt 2,14)

FEST DER HEILIGEN FAMILIE

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪2,13-15.19-23.

‪Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

‪Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.

‪Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum

‪und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.

‪Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.

‪Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa

‪und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

 

 

Tagesimpuls:

 

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. (Mt 2,14)

 

In der Heiligen Familie sehen wir die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Josef hat die Aufgabe, die Familie zu leiten und zu beschützen. Maria empfindet das nicht als peinlich, sie diskutiert nicht mit Josef darüber, sie empfindet es als selbstverständlich. Maria wird aber nicht unterdrückt, im Gegenteil, sie und das Kind werden gerettet. Ich glaube, dass Maria glücklich ist, einen starken Mann an ihrer Seite zu haben, auf den sie sich verlassen kann, dem sie sich anvertrauen kann. Josef ist erwachsen. Er verhält sich nicht wie ein Kind, dass bemuttert und verwöhnt werden will. Sondern er übernimmt seine Verantwortung, er steht seinen Mann.

 

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

 

Die Emanzipationsbewegung konnte nicht völlig auslöschen, was Gott tief in unser menschliches Wesen grundgelegt hat. Auch heute, trotz aller Emanzipation, sehnen sich Frauen nach einem Mann, der sich nicht wie ein zusätzliches Kind verhält, sondern auf den sie sich verlassen können. Adam hatte von Gott die Aufgabe bekommen, das Paradies zu beschützen. Die Beschützerrolle hat Gott dem Mann zugedacht. Das braucht die Familie. Ich finde es für Frauen schwierig, gerade wenn sie ein neugeborenes Kind haben, wenn sie dann noch kämpfen müssen, um die Familie zu beschützen. In dieser Situation brauchen sie viel mehr einen geschützten Raum, wo sie sicher sein können, dass der Mann seine Aufgaben erfüllt, ebenso wie sie als Frauen ihre.

 

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

 

Vielleicht mache ich mich unbeliebt mit dieser traditionellen Sichtweise von Mann und Frau. Aber ich finde sie in der Heiligen Familie wieder. Und ich finde sie zutiefst in uns Menschen wieder. Machen Sie einmal einem z.B. zwölfjährigen Jungen ein Kompliment! Sagen sie ihm, dass er schön aussieht! Glauben Sie, dass er sich darüber freuen wird? Wenn sie dem Jungen ein Kompliment machen wollen, dann müssen Sie ihm sagen, dass er stark ist, dass er ein harter Mann ist, das er das hat, was man braucht, um ein richtiger Mann zu sein. Aber bei den Mädchen ist das nicht so. Das Mädchen freut sich darüber, zu hören, dass es schön ist. Ein Mädchen will nicht nur stark sein. Ist das alles gesellschaftlich anerzogene Rollenerwartung? Ich glaube, das hat mit dem zu tun, was Gott uns in die Wiege gelegt hat.

 

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

 

Wenn wir eine geheime Abstimmung machen würden, wo ganz sicher ist, dass nie herauskommt, wer was gewählt hat, wo man nicht auf politische Korrektheit achten muss, wie viele Frauen würden wählen, dass sie sich einen starken Mann wünschen? Keine  Macho! Das ist nicht gemeint! Machoverhalten ist schrecklich, hier möchte ich nicht missverstanden werden. Machoverhalten ist schwach, es entspricht der Kindrolle, das ist alles andere als männlich. Aber einen wirklich starken Mann, der seine Verantwortung übernimmt und die Familie nach außen beschützt, den wünschen sich vermutlich sehr viele Frauen.

 

‪Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.

 

Ich wünsche mir christliche Familien, die miteinander leben und miteinander herausfinden, was es heißt, heute eine christliche Familie zu sein. Lassen wir uns nicht durch die nicht-christliche Gesellschaft verblenden! Gehen wir unseren eigenen Weg als Christen! Lassen wir uns von Christus in unsere volle Bestimmung hineinrufen! Leben wir unser Frausein, unser Mannsein so, wie Gott es für uns vorgesehen hat!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns so individuell gestaltet hast. Ich danke dir für unsere Familien, für unser Frausein und unser Mannsein. Hilf uns, dass wir unseren eigenen Weg finden, dass wir von dir geprägt sind, von deiner Liebe, von deiner Weisheit. Hilf uns Christen, dass wir der Gesellschaft zeigen, wie Mann und Frau in ihre volle Bestimmung und Erfüllung finden können.

 

 

Pastor Roland Bohnen