Montag, 17. Juli 2017

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. (Mt 10,38)

15 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,34-42.11,1.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.
Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

 

Tagesimpuls:

 

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. (Mt 10,38)

 

Am Anfang und am Ende dieser Perikope sagt Matthäus, dass Jesus diese Worte an die zwölf Apostel richtet, also nicht an die große Menschenmenge. Auch im gestrigen Sonntagsevangelium wurde klar, dass Jesus mit den Zwölf anders spricht als mit der Menge. Ist Jesus deswegen nicht authentisch? Nein, das kann man nicht sagen. Ich spreche mit Kindern auch anders als mit Erwachsenen. Aber dabei sage ich den Kindern nichts anderes als den Erwachsenen. Ich würde die Kinder nie belügen, oder ihnen etwas sagen, was ich, wenn sich mich nach Jahren darauf hin ansprechen würden, dann revidieren müsste. Man kann authentisch sein, und dabei sich aber auf den Zuhörer einstellen, so dass er mich verstehen kann.

 

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

 

Was den Inhalt der Botschaft betrifft, so spricht Jesus zu den Zwölf vom Kreuz tragen. Er spricht davon, dass es Kampf gibt, und dass in diesem Kampf entscheidend ist, dass man Jesus mehr liebt selbst als die liebsten Menschen. Zur Nachfolge Jesu gehört die Opferbereitschaft. Ohne die geht es nicht. Wir müssen uns das immer wieder gesagt sein lassen, denn immer wieder hält die Bequemlichkeit Einzug in unser Leben. Jedenfalls ist es bei mir so. Wenn wir Jesus versprechen, dass es uns alles kosten darf, dann gibt er uns Gnaden, die wir uns vorher nicht einmal vorstellen konnten.

 

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

 

Lassen wir Jesu Aufforderung, das Kreuz zu tragen, heute neu in unser Herz fallen! Vielleicht kann heute ein neuer Anfang werden. Wir wollen wachsam durch den Tag gehen und nach den Momenten ausschauen, wo er uns bittet, das Kreuz zu nehmen. Wie Petrus Jesus in Versuchung geführt hat, das Kreuz nicht zu tragen, so wird es auch bei uns Versuchungen geben. Der Teufel weiß genau, wie gefährlich es für ihn ist, wenn wir das Kreuz Jesu auf uns nehmen. Daher will er uns davon abhalten. Aber der Heilige Geist wird uns die Kraft geben immer dann, wenn Jesus uns bittet, ein Kreuz auf uns zu nehmen. Bitten wir den Heiligen Geist um diese Kraft und um die Standhaftigkeit in den Versuchungen.

 

Gebet:

Heiliger Geist, bitte komme heute in mein Leben und hilf mir, mit Jesus zu leben. Gib mir dann die Kraft, die ich brauche, wenn Jesus mich bittet, sein Kreuz mit ihm zu tragen. Hilf mir, dass ich den Versuchungen zur Bequemlichkeit widerstehe. Heiliger Geist, heute vertraue ich dir mein Leben neu an, und besonders die Situationen der Entscheidung.

 

 

Pastor Roland Bohnen