Mittwoch, 5. Juli 2017

Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. (Mt 8,32)

13 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,28-34.

Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand den Weg benutzen konnte, der dort vorbeiführte.
Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit zu quälen?
In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde.
Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde!
Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.
Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten dort alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.
Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

 

Tagesimpuls:

 

Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. (Mt 8,32)

 

Es scheint eine Art Schnittstelle zu geben zwischen der geistigen und der materiellen Welt. Obwohl die Dämonen nicht der materiellen Welt angehören, können sie sich doch zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten manifestieren. Wenn es diese Schnittstelle nicht gäbe, dann wüsste kein Mensch von der Existenz der Geistwesen, dann gäbe es keine Versuchungen, dann wäre die Existenz von Engeln und Dämonen für uns irrelevant. Aber wie wir in der Bibel sehen, gibt es diese Verbindung. Ein Dämon kann in Beziehung treten zu einem Menschen, er kann zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort auftreten und diesen Ort auch wieder verlassen.

 

Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine.

 

Ich frage mich, warum Jesus den Dämonen erlaubt, in die Schweine zu fahren. Jesus in seiner göttlichen Macht könnte den Dämonen gebieten, in die Hölle zurückzukehren und für immer dort zu bleiben. Will Jesus, dass wir diese sichtbare Manifestation einmal miterleben? Das könnte eine Erklärung sein. Sehr viele Menschen glauben nicht an die Existenz von Engeln und Dämonen, so dass Jesus den Menschen einfach zeigen will, dass es so etwas wirklich gibt. Wenn ich ehrlich bin, finde ich im Moment auch keine andere Erklärung.

 

Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine.

 

Was können wir daraus lernen? Engel sind bei uns und um uns, aber es können auch Dämonen zu uns kommen und uns in Versuchung führen. Wir dürfen die Engel anrufen, dass sie uns beschützen. Dabei beschränken wir uns, wenn es um das namentliche Anrufen der Engel geht, auf die Engel, deren Namen in der Bibel offenbart werden, d.h. die drei Erzengel Michael, Gabriel und Rafael, und die neun Engelchöre (Seraphim, Cherubim, Throne, Herrschaften, Mächte, Gewalten, Fürsten, Erzengel, Engel). Und die Engel, die sich gegen Gott gewandt haben, die Dämonen, dürfen wir im Namen Jesu verjagen, sie sollen nicht in unsere Nähe sein.

 

Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine.

 

Ich habe noch ein schönes Beispiel: Auf eine heiße Herdplatte setzt sich keine Fliege. Wenn unser christliches Leben sehr lebendig ist, d.h. wenn wir regelmäßig beichten, wenn wir anderen verzeihen, wenn wir die Gegenwart Gottes suchen, wenn wir in der gegenseiteigen Liebe leben, dann finden die Dämonen keine Schwachstelle, an der sie uns angreifen können. Das ist die beste Vorbeugung: So leben, dass die Temperatur unseres christlichen Lebens immer möglichst hoch ist.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns das Wirken der Dämonen sichtbar gemacht hast, du hast sie – wie Paulus es sagt – entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt. (Kol 2,15) Bitte hilf uns, dass wir in Freiheit leben können, dass keine dämonischen Mächte uns belasten. Jesus, wir wollen immer deine Gegenwart suchen, denn in deiner Gegenwart sind wir sicher. Danke auch für alle guten Engel, die uns umgeben und uns helfen, ein christliches Leben als deine Jünger zu führen.

 

 

Pastor Roland Bohnen