Mittwoch, 12. Juli 2017

Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. (Mt 10,1)

14 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,1-7.

In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,
Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,
Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter,
Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

 

Tagesimpuls:

 

Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.  (Mt 10,1)

 

In den letzten Wochen setze ich mich damit auseinander, dass nach dem Zeugnis des Evangeliums Jesus alle Menschen geheilt hatte, die zu ihm kamen. Und im heutigen Evangelium taucht diese „alle" wieder auf, dieses Mal in Bezug auf die Vollmacht der Jünger. Wir haben zwischenzeitlich auch gehört, dass wir das Kreuz tragen sollen. Das Kreuz ist der Weg zum Heil. Aber durch die Lehre vom Kreuz, die Jesus uns gegeben hat, dürfen wir den Auftrag, alle Krankheiten zu heilen, doch nicht einfach vom Tisch wischen, so als hätte Jesus das nie gesagt. Es mag immer wieder vorkommen, dass wir etwas noch nicht vollkommen verstehen, aber deswegen dürfen wir nicht eine Sache einfach ausblenden, nur, weil es für unseren Intellekt dann einfacher ist. Ich will das nicht. Dann will ich lieber mit offenen Fragen leben, aber ich will nicht einfach eine Dimension aus dem Zeugnis der Bibel ignorieren, so als gäbe es sie gar nicht. Also bleibt es für mich eine Herausforderung. Wieso gibt Jesus den Aposteln den Auftrag, alle Krankheiten und Leiden zu heilen, und wieso erleben wir das heute so anders?

 

Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

 

Haben wir auch die Vollmacht, alle Krankheiten und Leiden zu heilen? Oder ist diese Vollmacht an bestimmte Orte, Zeiten und Personen gebunden? Jesus hatte auch eine Einschränkung gemacht. Die Apostel sollten nur zu den Israeliten gehen. Heißt das vielleicht, dass die Vollmacht so zu verstehen ist, dass wir ganz im Willen Jesu leben und bleiben müssen, immer an dem Platz sein müssen, wo Jesus uns hinstellt, immer den Weg gehen, den Jesus uns führt? Auf jeden Fall wird es richtig sein, wenn wir uns so bemühen, uns an den Weg Jesu zu halten. Wir sollen uns nicht an unnötigen Sachen (und sogar Menschen) aufhalten, zu denen Jesus uns nicht sendet. Er hat alle Menschen im Blick, aber das können wir nicht . Wir können immer nur wenige Menschen im Blick behalten, und wenn wir uns ablenken lassen mit Aufgaben, die nicht unsere Aufgaben sind, dann erfüllen wir nicht vollkommen unsere Aufgabe als Apostel Jesu.

 

Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

 

Die Frage nach der Vollmacht zu heilen, bekomme ich nicht beantwortet. Aber was ich verstehe ist, dass ich offen sein soll dafür, den Willen Gottes zu suchen und zu den Menschen zu gehen, zu denen Jesus mich wirklich sendet. Vielleicht ist das bei jemandem, der das Charisma zum Evangelisieren hat, genauso. Vielleicht erlebt er manche „Misserfolge", weil er nicht zu den Menschen gegangen ist, zu denen Jesus ihn gesendet hatte. Und manchmal, dann spürt er, wie er die Menschen erreicht, dann ist er genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

 

Gebet:

Jesus, erst einmal danke ich dir, dass du mich rufst und sendest. Ich finde es sehr schön, von dir gesendet zu werden. Das gibt meinen Leben Sinn. Das macht mich wichtig. Ich weiß, wozu ich lebe. Ich danke dir dafür von ganzem Herzen. Es macht auch Freude, von dir gesendet zu sein, ja es ist sogar Abenteuer damit verbunden, und genau das suche ich. Heute zeigst du mir, wie wichtig es ist, auch im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, damit die Sendung fruchtbar werden kann. Das schaffe ich aber nicht immer. Ich weiß nicht immer hundertprozentig, wo ich sein muss, wie viel ich wo investieren soll. Aber ich will mich darum bemühen, in deinem Auftrag zu handeln und deine Führung für mein Leben zu erkennen.

 

 

Pastor Roland Bohnen