Samstag, 14. April 2018

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. (Lk 24,39)

03 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM

Lk 24, 35-48

 

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,

35erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

36Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

37Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.

38Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?

39Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

40Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.

41Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?

42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;

43er nahm es und aß es vor ihren Augen.

44Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.

45Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.

46Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,

47und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.

48Ihr seid Zeugen dafür.

 

 

Tagesimpuls:

 

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. (Lk 24,39)

 

Die meisten der Jünger Jesu waren nicht akademisch gebildet. Viele waren Fischer, dazu brauchte man keinen Hochschulabschluss. Aber Lukas ist eine Ausnahme. Er war Arzt. Er war gebildet. Er schreibt sein Evangelium nicht für die Juden, sondern für die Leser in der Welt. Seine Leser sind gläubig gewordene „Heiden", vielleicht denkt er sogar so weit, dass er das Wort auch an Ungläubige richtet, die durch die Lektüre des Evangeliums gläubig werden könnten. Daher versetzt er sich in die Lage der Zweifler, versucht sie anzusprechen und zu überzeugen.

 

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

 

Lukas stellt die leibliche Auferstehung Jesu nicht nur einfach als Tatsache dar. Er will überzeugen, indem er das betont, was wirklich geschehen ist. Er will Beweise liefern, Beweise, die auch für wissenschaftlich denkende Menschen überzeugend sind. Daher zeigt er uns, wie sehr Jesus sich bemüht hat, die zweifelnden Jünger zu überzeugen. Die Jünger und nach ihnen viele andere zweifelnde Menschen können nicht fassen, dass Jesus leibhaftig erscheint. Sie meinen, er sei ein Geist. Der Zweifel sagt: „Es ist nur Einbildung, nur ein innerer Vorgang; die Auferstehung Jesu ist nur eine geistige Realität." Dagegen betont Lukas: Es ist real im Fleisch geschehen. Man kann Jesus anfassen, und als besonderen Beweis für die Leibhaftigkeit dessen, was hier geschehen ist, nimmt Jesus den Fisch und isst ihn vor den Augen der Jünger. Wenn es nur eine innere Vision gewesen wäre, wieso hätte Jesus den Fisch dann konsumieren können? Nach der vermeintlichen „Erscheinung", nach dem „Traum" oder der „Vision" wäre der Fisch noch unversehrt dagewesen. Aber Jesus war da, im Fleisch, in der Realität, und der Fisch war nicht mehr da, denn Jesus hatte ihn gegessen.

 

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

 

So berichtet Lukas mit akribischer Genauigkeit von den Ereignissen, und das hilft allen kritischen Lesern auch in der heutigen Generation. Wir glauben an die leibliche Auferstehung, die „Auferstehung des Fleisches", wie das Glaubensbekenntnis es formuliert. Wir glauben auch, dass wir Menschen bei unserer Auferstehung genauso wie Jesus im Leib auferstehen werden. Das ist die christliche Hoffnung. Das unterscheidet unseren Glauben von anderen Religionen. Wir dürfen mit Recht alle Trauernden trösten mit den Worten: „Im Himmel werden wir uns wiedersehen, ja wir werden uns umarmen können, es wird eine neue Welt werden, noch viel schöner als die jetzige."

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die große Hoffnung, die du uns durch deine Auferstehung schenkst. Unser Leib wird zwar vernichtet durch den Tod, aber wir werden einen neuen Leib erhalten bei der Auferstehung. Deine Auferstehung ist unser Vorbild. Du zeigst uns dadurch, wie es im Himmel einmal sein wird. Auch wenn viele Religionen das anders sehen, viele Menschen heute nicht mehr daran glauben, wir wollen an dieser Hoffnung festhalten, die du uns geschenkt hast.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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