Mittwoch, 11. Januar 2023

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. (Mk 1,35)

01 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

 

EVANGELIUM

Mk 1, 29-39

In jener Zeit

29ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.

30Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,

31und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

32Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.

33Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt,

34und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

35In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

36Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,

37und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

38Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

39Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

 

 

Tagesimpuls:

 

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.  (Mk 1,35)

 

Mich spricht immer wieder an, dass Jesus frühmorgens aufsteht, um in der Einsamkeit zu beten. Und dort im Gebet empfängt er Klarheit über seinen Weg. Er soll nicht bleiben, obwohl so viele auf ihn warten, sondern er soll weitergehen. Wenn er nicht gebetet hätte, hätte er sich von den Erwartungen der Menschen leiten lassen, die einen manchmal ganz schön unter Druck setzen. Aber durch das Gebet erneuert sich – wie bei seiner Taufe beschrieben – immer wieder das Bewusstsein der Kindschaft Gottes, der Heilige Geist wird aktiv und kann in ihm wirken, und so löst er sich von den Erwartungen der Menschen und lässt sich vom Heiligen Geist leiten. Wie wäre das ohne dieses frühe Gebet möglich gewesen? 

 

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

 

Wir lernen hier, wie notwendig stille zurückgezogene Zeiten für das Gebet mit unserem himmlischen Vater sind. Manche sagen: „Ich spreche immer mit Gott, wenn ich es will, aber nicht nehme mir dafür keine festgesetzte Zeit." Wenn Jesus Vorbild ist, dann ist das, was diese Menschen sagen, weniger. Es ist zu befürchten, dass sie sich nicht so sehr von weltlichen Erwartungen, Meinungen und Verhaltensmustern lösen, dass sie sich nicht so sehr vom Heiligen Geist leiten lassen. Wir stecken doch alle sehr im weltlichen Lebensstil drin, in Konsumverhalten, in Normen, wie wir z.B. unsere Kinder erziehen, im Freizeitverhalten uvm. Ob das alles so dem Willen Jesu entspricht? Ob wir als Christen, wenn wir uns im Gebet vom Heiligen Geist leiten ließen, wie Jesus es tat, nicht eine ganz andere Kultur, einen ganz anderen Lebensstil leben würden, viel weniger vom weltlichen Mainstream geprägt? 

 

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

 

Man kann nur daraus lernen: wir brauchen die tägliche stille Zeit, am besten früh morgens, wenn wir noch ungestört sind, um allein mit Gott zu sprechen. Natürlich soll jeder selbst finden, wann für ihn die optimale Zeit ist. Aber ohne eine solche Gebetszeit glaube ich, dass die Nachfolge Jesu immer nur anfanghaft bleibt, dass wir nicht wachsen, und vor allem, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir vom Heiligen Geist wirklich geleitet werden, relativ gering ist. 

 

Gebet: 

Jesus, du zeigst uns, wie wir leben sollen, einen Lebensstil, der aus dem Gebet herausfließt, und nicht aus dem, was die Mehrheit der Menschen normalerweise lebt. Bitte zeige mir, wann und wie ich täglich beten soll. Bitte schenke mir die nötige Motivation und das Durchhaltevermögen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org 

 

6 Kommentare:

  1. Herr, wenn DU "einkehrst in mein Haus" und Du auch nur ein Wort sprichst, so werde ich gesund...
    Ja, mein Jesus,  dass glaube ich.

    PS.105,5
    AMEN 🙏

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  2. Sehr wichtig finde ich den Umstand des einsamen Ortes.
    Es gibt immer mehr Gebetsorte zur stillen Anbetung. Auch 24/7 Anbetung wie z.B. in Wassenberg.
    Meist sogar in der Nähe oder auf dem Weg zu Erledigungen.
    Dort kann man sich seine Gebetszeiten meist Online "Buchen".
    Dies kann sehr hilfreich sein das Gebet in sein Leben einzuplanen.🕯️😇🙏

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    1. Feste Gebetszeiten, sind die Markierungen auf der Straße; sie halten uns in der "Gebetsspur" in Fahrtrichtung Jesu

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  3. Von Reinhard Dismas:

    Wer wirklich liebt, muss sein ganzes Ich in den Geliebten einbringen, so dass beide eins werden. So ist es in der Ehe und so ist es in meiner Beziehung zu Gott.
    In einer guten christlichen Ehe ist die Liebe zum Partner eine Vorstufe um gemeinsam in seiner Liebe zu Gott auf ein höheres Niveau zu kommen. Die Tiefe der Liebe ist dabei grenzenlos und muss sich jeden Tag neu bewähren. Jeden Tag lernt man dazu, zum Beispiel durch den Tagesimpuls von Pastor Bohnen und alle anderen Gegebenheiten und BegegnungendesTages. Das geht nur durch offenes, demütiges zuhören/lesen und handeln. Wie heute am letzten Tag der Weihnachtszeit bringt mich das in meiner tiefen Liebe zu Gott einen kleinen Schritt weiter auf ein höheres Niveau.
    So sollte es jeden Tag sein, ist es aber nicht. Wir verhalten uns oft nicht offen und demütig genug. Dann fallen wir in unserem Level der Liebe wieder ein paar Stufen herunter. Manchmal ist es sogar ein richtiger Absturz. All das ist nicht schlimm, wenn wir daraus lernen und jeden Morgen den Mut finden mit der Liebe zu Jesus aufzustehen und aufs Neue offen und demütig zu sein. So werden wir jeden Tag mehr in Sachen Gottesliebe lernen, da können wir alt wie Methusalem werden. Erst nach unserem Tod werden wir ausgelernt haben und mit Gott vereint allwissend sein.

    Mittwoch, den 11.Januar, Mk 29-39

    Von Reinhard Dismas:

    Seit Jahrhunderten sind unsere katholischen Kirchen der Ort der Stille und des Gebets, da dort Jesus im Tabernakel mit dem Heiligen Sakrament immer anwesend ist. Als Symbol dieser 24/7 Anwesenheit brennt in jeder Kirche das ''Ewige Licht''.
    Generation von Baumeister, Künstler, Handwerker und Architekten haben sich über 20 Jahrhunderte den Kopf zerbrochen das Kirchengebäude so zu bauen, dass es nicht nur dem Gottesdienst der Gemeinde oder den Prunkvorstellungen des Bauherren dient, sondern vor allem auch eine Atmosphäre geschaffen wird, die in der Stille des Kirchenraums das persönliche Gebet einzelner Gläubiger gewährleistet.
    Herausgekommen sind dabei die einzigartigen unübertroffen Gesamtkunstwerke zur Ehre Gottes, die wir glücklicherweise bis heute noch bestaunen können. Ob römischer Dom oder gotische Kathedrale, ob barocke Zwiebelturm Kirche, schlichte 60er Jahre Pfarrkirche oder einfache Dorfkapelle, alle sind sie Stätten, die zum ganz persönlichen Gebet in der Stille einladen.
    Über all die Jahrhunderte waren die Kirchen daher immer den ganzen Tag für jeden Besucher geöffnet. Erst seit rund 40 Jahren stehen die Gläubigen meist vor verschlossen Türen, wenn sie Zwiegespräch mit Jesus halten wollen.
    Es gibt für die geschlossenen Türen gute Gründe, die sehr viel über den bedauernswerten Zustand unserer Gesellschaft aussagen.
    Noch trauriger ist aber, wie unsere Amtskirche damit umgeht. Wir leben im digitalen Zeitalter wo jede kleine Wohnung, Auto oder Büro per Handy, Internet, Video, Passwort, ID Karten, Fingerabdruck et cetera, gesichert wird. Ist auch finanziell heute kein nennenswerter Faktor und funktioniert egal an welchen Ort ich mich gerade als User befinde. Trotzdem bekommt unsere armselig reiche Amtskirche so ein überall gültiges ''Kirchen-User'' System nicht gebacken.

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  4. Von Reinhard Dismas:
    Sorry, da sind zwei Kommentare gleizeitig rein gerutscht. Da ist als erstes mein alter Kommentar vom 08.Januar nochmal rein gekommen. Bitte daher nur den zu Lars Kommentar passenden zweiten aktuellen von Mittwoch den 11.Januar lesen.

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  5. Ach, ist Freitag der 13., dann ist auch klar warum das schief gegangen ist 😇🙃😉

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