Dienstag, 11. Oktober 2022

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein. (Lk 11,41)

28 Woche im Jahreskreis    Dienstag

EVANGELIUM
Lk 11, 37-41
In jener Zeit
37lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.
38Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
39Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.
40Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
41Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.


Tagesimpuls

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein. (Lk 11,41)

Hier geht es Jesus um die richtigen Prioritäten. Wir können uns nicht freikaufen durch äußere Rituale. Man ist aber oft in der Gefahr, dass man sich um die Befolgung von bestimmten Ritualen kümmert, dabei aber den Sinn und das wichtigste aus den Augen verliert. Das kann bei allem guten Angewohnheiten so geschehen. Damit ist keineswegs gesagt, dass die Angewohnheiten nicht wichtig wären. Zum Beispiel eine regelmäßige Gebetszeit zu machen, ist sehr gut. Aber trotzdem kann es einem passieren, dass man die Liebe zu Gott dabei aus den Augen verliert, und auch die Liebe zu den Menschen, für die man betet. Ich würde also nicht die Rituale der Pharisäer kritisieren, auch wenn sie für uns als Christen natürlich aufgehoben sind durch Jesus. Aber es geht vielmehr darum, das Wichtigste nicht aus den Augen zu verlieren.

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

Jesus spricht die Punkte genau an, die wichtig sind. Wenn mein Herz voll Raubtger und Bosheit ist, dann wäre das die Priorität, nämlich die Reinigung meines Herzens. Das ist es, was Gott in mir vollbringen will durch den Heiligen Geist. Einen zweiten Punkt spricht Jesus an, nämlich die Liebe zu den Armen. Das ist für uns Christen eine sehr hohe Priorität. Wenn wir bei den Armen keine Liebe zeigen, dann sind wir nicht auf dem richtigen Weg. Und es würde sogar die Gefahr bestehen, dass wir uns Sand in die Augen streuen, wenn wir uns hinter religiösen Ritualen absichern wollten.

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

Eigentlich sollten wir als Christen immer in der Haltung leben, dass unser Herz noch mehr gereinigt werden und dass unsere Liebe noch mehr wachsen muss.„Die Liebe schuldet ihr einander immer", schreibt Paulus (Röm 13,8). Und wer könnte schon sagen, dass sein Herz nicht noch mehr gereinigt werden müsse. Das sind die richtigen Prioritäten, die Jesus lehrt. Aber gegen Gewohnheiten und Rituale ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, sie sind sehr gut. Sie sollen uns dabei unterstützen, die wichtigsten Prioritäten nicht aus dem Auge zu verlieren.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du unseren Blick immer wieder korrigierst und auf die Prioritäten hinlenkst, die wirklich wichtig sind. Ich danke dir für alle guten Gewohnheiten und Rituale in meinem Leben. Bitte schenke mir deinen Heiligen Geist, damit er mir hilft, in der Liebe zu dir und den mit Menschen zu wachsen, und damit mein Herz immer mehr gereinigt wird.


Pastor Roland Bohnen 


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