Montag, 12. September 2022

Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. (Lk 7,6)

24 Woche im Jahreskreis    Montag

EVANGELIUM
Lk 7, 1-10
In jener Zeit
1als Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
2Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
3Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
4Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst;
5denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
6Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.
7Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.
8Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
9Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
10Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.


Tagesimpuls

Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. (Lk 7,6)

Der Hauptmann liebt wirklich das jüdische Volk. Er kennt sich genau aus mit den Regeln und Gebräuchen. Er weiß, dass ein Jude nicht das Haus eines Heiden betreten darf. Er sieht Jesus als einen Juden an, von dem er davon ausgeht, dass er sich an diese Regeln halten muss. Zugleich aber erkennt er in Jesus einen Mann mit großer göttlicher Vollmacht. Jesus lobte sogar den Glauben des Hauptmanns. Da Jesus in die Herzen der Menschen schauen kann, müssen wir annehmen, dass dieser Hauptmann schon im Herzen den Glauben daran hatte, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist. Gott kann das bewirken in jedem Menschen.

Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.

Auf die heutige Zeit übertragen heißt das, dass es Menschen geben kann, die nicht getauft sind, die aber den christlichen Glauben lieben wie der Hauptmann das jüdische Volk. Und dass Gott diesen Menschen schon einen starken Glauben  ins Herz legen kann, auch wenn sie nicht offiziell der katholischen Kirche angehören. Wir erkennen hier wieder, wie alles entscheidend der Glaube an Jesus ist. Wenn wir an Jesus glauben, wenn wir auf ihn vertrauen, wenn wir ihm alle unsere Sorgen anvertrauen, dann kann er wirken.

Ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.

Es ist zu vermuten, dass es beim Hauptmann nicht nur bei der Sympathie zum jüdischen Volk, auch nicht nur bei der Sympathie zu Jesus geblieben ist. Die Geschichte wurde in das Evangelium aufgenommen, weil dieser Hauptmann bekannt war, weil dieser Hauptmann sich der christlichen Gemeinde angeschlossen hatte. Das ist die andere Seite zu den zuvor gesagten. Es gibt Menschen, die den Glauben sympathisch finden, die auf Jesus vertrauen, die aber nicht der katholischen Kirche angehören. Dabei bleibt es aber meistens nicht. Wenn man immer mehr auf Jesus vertraut, dann hat man das Bedürfnis, auch Teil der Gemeinschaft zu sein, die Jesus gegründet hat. Dann lässt man sich auch taufen, wird Mitglied der katholischen Kirche und nimmt voll an den Sakramenten teil.

Gebet:
Jesus, ich danke dir für alle Menschen, die auf dich vertrauen, auch wenn sie nicht in der vollen Zugehörigkeit zu unserer Kirche sind. Ich danke dir, dass du in den Herzen aller Menschen wirkst, so wie du es im Herzen des Hauptmanns getan hast. Ich bitte dich aber auch für unsere Gemeinden, dass sie offen sind und eine Willkommenskultur entwickeln. Dann können sich auch viel mehr Menschen anschließen, die jetzt zwar schon an dich glauben, aber die Kirche noch eher abschreckend empfinden.


Pastor Roland Bohnen 


1 Kommentar:

  1. Herr, auch wenn ich es nicht wert bin, dass DU einkehrst unter mein Dach  ( = dass DU also in mein Herz einkehrst), so danke ich DIR dennoch für alles.  Insbesondere für deine Mutter Maria. An sie darf ich mich wenden. SIE ist es, die für mich Fürbitte leistet am Throne Jesus, und mich an ihre Hand nimmt.

    Oh Maria,  an deinem Festtag "Mariä Namen" empfehle ich mich dir;  nur durch deine Fürsprache und die Kraft des Hl.Geistes,  kann ich würdig sein, mich auf das Kommen Jesus,  zu freuen. AMEN

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