Montag, 5. September 2022

Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt. (Lk 6,11)

22 Woche im Jahreskreis    Montag

EVANGELIUM
Lk 6, 6-11

6An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.
7Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
8Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor.
9Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen?
10Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund.
11Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.


Tagesimpuls

Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt. (Lk 6,11)

Ich finde es gut, dass hier einmal benannt wird, was man im täglichen Leben ständig erfährt. Das Böse ist sinnlos. Wer böse ist, der will nicht rational sein, der will nicht vernünftig nachdenken, ob sein Verhalten Sinn macht oder nicht. Deshalb kann man böse Menschen mit Vernunft nicht wirklich helfen. Und das frustriert uns, weil wir gewohnt sind, dass wir durch vernünftige Gespräche Probleme lösen könnten.

Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt.

Ich erinnere mich an die Zeit, als ein großer Teil unserer Gemeinde eine geistliche Erneuerungsbewegung für die Jugend (LIFE TEEN) als eine Sekte abgestempelt hatte. Ich hatte alles unternommen, um zu erklären, was eine Sekte wirklich ist. Der Bischof hat sogar einen Brief an unsere Gemeinde geschrieben, um die Menschen zu ermutigen, diese Erneuerungsbewegung anzunehmen, aber alles hat nichts genützt. In den Augen eines großen Teils der Gemeinde blieb es eine Sekte.  Wir waren natürlich sehr frustriert. Aber mit den Worten des heutigen Evangeliums kann man verstehen: es ist eben sinnlos. Es geht nicht um vernünftiges Erklären und Nachdenken. Es ist eher ein Gefühl, dass die Menschen treibt. Man ist gegen etwas, aber man weiß nicht so genau warum, und man will es auch gar nicht wissen. Man will einfach nur dagegen sein, und sucht sich einen Grund oder eine Rechtfertigung.

Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt.

Aber was können wir gegen das Böse tun? Jesus sagt: „Segnet die, die euch verfolgen!" Wir kommen hier wieder auf die Grundfrage des christlichen Glaubens. Jesus ist unser Retter und Erlöser. Kann es Lösungsmöglichkeiten geben ohne Jesus, ohne das Gebet zu ihm? Aus christlicher Sicht ist das unmöglich. Der Humanismus würde die menschlichen Möglichkeiten betonen. Und sicherlich gibt es noch ein gewisses Repertoire, wie man mit Konflikten umgehen kann. Aber beispielsweise der Krieg in der Ukraine zeigt, dass die menschlichen Mittel an ihre Grenzen stoßen. Nur Gott kann das Böse überwinden, der Erzengel Michael hat die bösen Engel aus dem Himmel verjagt und das kostbare Blut Jesu hat den Teufel hier auf der Erde entmachtet. Wir brauchen also das Gebet, das Segnen, das Gottvertrauen, dass er dort helfen kann, wo wir nichts tun können. Sollte es menschliche Mittel geben, die doch etwas helfen, dann werden wir Christen die natürlich auch gebrauchen. Aber für uns ist die Hinwendung zu Jesus, der das Böse besiegt hat, die einzige Chance. Die menschlichen Dinge können und sollen dazu kommen, aber ohne Jesus können wir nichts tun.

Gebet:
Jesus, an so vielen Stellen stoßen wir in Grenzen, wo Dinge nicht in unserer Hand sind. Wir machen uns Sorgen um Menschen und Situationen, wo das Böse regiert. Aber wir dürfen beten. Du hast das Böse überwunden durch dein kostbares Blut, dass du am Kreuz vergossen hast. Danke auch für die Hilfe, die du uns durch die Kirche schenkst: Maria, die Engel und alle unsere Fürsprecher im Himmel, und natürlich die Gemeinschaft der Kirche, unserer Gebetsgemeinschaften, mit denen wir gemeinsam beten können.


Pastor Roland Bohnen 


1 Kommentar:

  1. Jesus DU bist Jude und beachtest die Gebote Gottes ganz genau. Du stellst den Menschen in die Mitte - des Tages - des Sabbat
    ( unseren heutigen Sonntag ) !!
    Der Mensch soll zur Ruhe kommen, alles an ihm soll wieder in völliger Ausgeglichenheit sein. Alles soll stimmig sein... Da hat das "Laute - das Weltliche Getümmel" keinen Platz.
    Es heisst in Kol.1,18...
    Jesus Christus ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche!  
    Und in 1 Kor.12,27 steht:
    Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.

    Jesus, DU musst heilen, denn ein "kranker Mensch" d.h. ein krankes Glied an Deinem Leib,  das "schmerzt".
    Jesus, für mich ist spürbar, dass Du nicht nur dem Menschen Heilung schenkst, sondern mir / uns,  symbolisch auch den Ausgleich zwischen Mensch ( verkrüppelte Hand )  und Gesetz (Sabbat) sowie Mensch und Gott zeigst. Denn DU Gott willst das Heil eines jeden Menschen,  DU willst das Heil der Welt.  Amen

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