Mittwoch, 10. August 2022

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (Joh 12,24)

Heiliger Laurentius

EVANGELIUM
Joh 12, 24-26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
24Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
25Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.
26Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Tagesimpuls

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (Joh 12,24)

Viele Christen beklagen sich über die Menschen in ihrer Familie, in ihrer Umgebung, vor allem auch in der Kirche, dass die anderen den christlichen Glauben nicht so leben, wie es richtig wäre. Insbesondere hört man viele Klagen über die Kirche, dass sie nicht so ist, wie es sein müsste. Die Christen wären lau, liberal, nicht auf dem richtigen Weg und so weiter. Aber Gott hat uns genau in diese Zeit, in diese Familie, in dieser Umgebung, in diese Kirche hineingestellt.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Gott möchte, dass wir das Weizenkorn sind, dass du genau in diese Umgebung hinein fällt und stirbt. Ich erinnere mich an die Zeit nach der Priesterweihe, voll erfüllt vom Schwung des Heiligen Geistes aus der charismatischen Erneuerung. In mir war immer dieses Wort. Ich dachte: ich muss in die real existierende Kirche hinein sterben. Tief in mir war das Vertrauen, dass all das irgendwann einmal große Früchte bringen würde.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Es nützt also nichts, wenn wir uns wünschen, dass wir in einer idealen Familie oder in einer idealen Kirche leben würden. Es ist wahrscheinlich noch nie ideal gewesen, so lange die Kirche existiert. Am besten ist es, wenn wir Ja sagen dazu, dass wir Weizenkorn sind, dass dazu bestimmt ist zu sterben. Wenn wir das akzeptieren, dann heißt das nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen. Wir können und sollen uns durchaus engagieren, um die Welt ein wenig besser zu machen. Wir bringen uns in unsere Kirche beziehungsweise in unserer Familie und in unsere Umgebung ein mit dem was wir sind und haben. Und wir vertrauen darauf, dass Gott alles fruchtbar machen wird.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du unsere Situation interpretierst, dass du uns zeigst, wer wir sind und wozu wir leben. Wir sind diese Weizenkörner, von denen du gesprochen hast. Wir werden hinein geworfen in die Welt, in die Familie, die Kirche, in die Umgebung der Menschen, zu denen du uns gesandt hast. Jesus, ich will, mich dir als dein Weizenkorn schenken. Ich vertraue dir, dass du dafür sorgen wirst, dass mein Leben fruchtbar wird. Amen.


Pastor Roland Bohnen 


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