Dienstag, 26. Januar 2021

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter. (Mk 3,35)

03 Woche im Jahreskreis     Dienstag

 

 

EVANGELIUM

Mk 3, 31-35

 

In jener Zeit

31kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen.

32Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.

33Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?

34Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.

35Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.  (Mk 3,35)

 

Jesus hat keine privilegierten exklusiven Freunde. Jesus ist für alle Menschen gleich da, für alle Menschen gleich nahbar. Jeder, der in die Nähe Jesu will, kann ihn erreichen. Ja, jeder kann sogar sein bester Freund, sein Lieblingsjünger, sein. Für uns Menschen wäre das unmöglich. Wir müssen Unterschiede machen. Wenn ich mir für einen Menschen Zeit nehme, kann ich nicht gleichzeitig bei einem anderen sein. Aber Jesus kann das.

 

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

Wir können unsere Nähe zu Jesus selber bestimmen. Wenn ich ihn auf Abstand halten will, dann ist das so. Wenn ich nur meine religiösen Pflichten tun will, dann ist das so. Ich kann beten, ohne Jesus zu begegnen. Jesus drängt sich niemandem auf. Aber wenn ich sein Lieblingsjünger sein will, dann kann das so werden. Jesu Tür steht offen, sein Herz noch mehr. Ich muss nur hingehen und mich ihm schenken. Jesus hält mich nicht auf Abstand, meine Nähe zu ihm kann so groß werden, wie ich es will, wie ich es zulasse. Es hat aber damit zu tun, dass ich Gottes Willen erfülle.

 

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

Was ist Gottes Wille? Auf jeden Fall, dass ich zu Jesus komme, dass ich ihn annehme, dass ich an ihn glaube. Das ist vor allem das Wichtigste. Wenn ich mich um regelmäßiges Beten und Vereinigung mit ihm in den Sakramenten bemühe, dann tue ich auf jeden Fall Gottes Willen. Darüber hinaus ist der Wille Gottes natürlich auch die Liebe und das Leben nach seinen Geboten. Durch all das bestimmen wir unsere Nähe zu Jesus.

 

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

Wenn man ehrlich ist, spürt man wahrscheinlich meist eine Distanz, obwohl man sich seine Nähe wünscht. Das liegt vermutlich an unserem Unbewussten, was sich doch nicht so ganz Jesus anvertraut, obwohl wir es wollen. Daher brauchen wir innere Heilung und Befreiung, wir können es auch Erlösung nennen, damit unsere Nähe zu Jesus immer größer werden kann. Mir scheint, dass das ein langer Weg ist für viele Menschen. Aber Hauptsache, wir haben das Ziel klar vor Augen, wir wollen eine immer größere Nähe zu Jesus, und wir beten darum. Dann wird Gott uns immer mehr erlösen, bis wir eines Tages unser Leben völlig in seine Hand legen können.

 

Gebet:

Jesus, du weißt, dass ich dein Lieblingsjünger sein will. Du lädst mich und uns alle dazu ein. Wir sollen keine Distanz zu dir haben. Aber in mir gibt es auch Kräfte, die in die andere Richtung ziehen. Ich danke dir, dass ich auf dem Weg der Heilung, der Befreiung und der Erlösung sein darf. Und ich vertraue dir, dass du mir hilfst, mein Leben immer mehr in deine Hand zu legen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, es stehtgeschrieben ..." Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen "
    Dich scheint es nicht so zu interessieren, sonst wärst DU direkt aufgestanden...
    Doch mit dem Gedanken liege ich wohl falsch!
    Also lese ich nochmal das Evangelium.

    Da kommen mir folgende Gedanken.

    Auf meiner Dienstelle bin ich mit allen gut im Gespräch und wir kommen alle gut miteinander aus.  Doch mit einem Kollegen ist das Verhältnis "etwas besonderes"  somit sind und fühlen wir uns wie Brüder. ( das auch andere Kollegen schon mal sagen...ihr zwei seit wie Brüder...)
    Vor einigen Jahren lernte ich in einer Exerzitie  eine junge  gläubige  Frau und ihren Mann kennen. Während dieser Zeit kamen wir ins Gespräch...und beim Abschied, sagte sie mir, "Tschüss und Danke mein Bruder" ...ein solcher Gruss war für mich zunächst komisch...dankend nahm ich diesen Gruss an.

    Aber es ist doch,  - das mein Bruder der Sohn meiner Mutter ist, und wir leiblich miteinander blutsverwandt  sind.  Also Jesus, was ist das Geheimnis von "Bruder, Schwerster.." wenn es aus deinem Munde kommt.
    Mir fällt in diesem Zusammenhang auch die Hl.Messe ein. Da betet der Priester und spricht  "...liebe Brüder und Schestern", und auch im Schuldbekenntnis beten ich / beten wir...
    Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
    und allen Brüdern und Schwestern, ( obwohl ich nicht mit den Leuten in der Kirche familiär verwandt bin )
    Also, liegt das Geheimnis in DIR. 
    Denn wenn wir alle im Glauben zusammen sind, und uns dort versammeln wo DU "leiblich bist "  dann fügt das "Göttliche" alles ineinander zu einem "Leib", und wir alle sind dann " Brüder und Schwestern".

    Hl.Schutzengel, lass diesen Gedanken auch nach jeder Hl.Messe -  Tag um Tag  in meinem Herzen "nachwirken" nur dann werde ich meine Mitmenschen so sehen, wie Jesus sie im heutigen Evangelium sieht.  Amen

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