Samstag, 16. Januar 2021

Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels. (Joh 1,42)

02 Sonntag im Jahreskreis  

Evangelium                                                                                               Joh 1, 35–42

In jener Zeit
35 stand Johannes am Jordan, wo er taufte,
und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
36Als Jesus vorüberging,
richtete Johannes seinen Blick auf ihn
und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
37Die beiden Jünger hörten, was er sagte,
und folgten Jesus.
38Jesus aber wandte sich um,
und als er sah, dass sie ihm folgten,
sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister —,
wo wohnst du?
39Er sagte zu ihnen: Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte,
und blieben jenen Tag bei ihm;
es war um die zehnte Stunde.
40Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten
und Jesus gefolgt waren.
41Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon
und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden –
das heißt übersetzt: Christus – der Gesalbte.
42Er führte ihn zu Jesus.
Jesus blickte ihn an
und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes,
du sollst Kephas heißen,
das bedeutet: Petrus, Fels.

 

Tagesimpuls:

 

Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.  (Joh 1,42)

 

Jesus schenkt den Jüngern eine Berufung. Das erkennt man u.a. an dem neuen Namen, den er Simon gibt. Im Namen steckt das Lebensprogramm. Wenn Jesus dem Petrus sein Lebensprogramm gibt, dann ist das eine echte Berufung. Viele Menschen würden zu Recht sagen: „Ich lasse mir mein Lebensprogramm nicht von einem anderen vorschreiben." Aber es gibt eine große Ausnahme: Jesus. Er darf mir mein Lebensprogramm sagen, denn er hat mich geschaffen, er weiß, was für mich das Beste ist. Nach dem Programm zu leben, was Jesus mir gibt, das ist der beste Weg zu einem glücklichen Leben.

 

Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.

 

Das setzt natürlich ein großes Vertrauen voraus. Dieses Vertrauen muss wachsen. Daher wird das Kennenlernen der ersten Jünger wie eine Liebesgeschichte erzählt. Es war eine Liebesgeschichte. Viele Eheleute erinnern sich genau zurück an die allererste Begegnung. Viele erinnern sich auch an die ersten Begegnungen zurück und können sie der Reihe nach chronologisch genau aufzählen. Und diese Erinnerungen sind immer mit sehr großer Freude verbunden. Vielleicht hat man sie in Gedanken unzählige Male wiederholt. Und so ist es auch bei der ersten Begegnung mit Jesus: Die Jünger erinnern ich noch genau an die Uhrzeit, wann das geschehen ist. Ich vermute, dass sie sich noch genau an jedes Detail erinnern können.

 

Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.

 

Jesus hat sie überwältigt mit seiner Liebe. Er hat sie zu sich eingeladen, sie konnten ihn kennenlernen. Und so ist die Liebe und das Vertrauen gewachsen. Das ging alles sehr schnell, wie Liebe auf den ersten Blick. Es war übernatürlich. Der Vergleich mit dem natürlichen Verlieben ist nur ein Vergleich. Es war der Heilige Geist, es war eine große übernatürliche Begnadung. Und dieses so entstandene Liebesverhältnis ist die Grundlage für die Berufung, dafür, dass Jesus dem Petrus sein Lebensprogramm geben kann, und Petrus kann es annehmen.

 

Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.

 

Vielleicht ging meine eigene Berufung nicht so schnell. Bei jedem ist es anders. Aber jeder hat eine Berufung von Jesus. Und eine Berufung zu haben, ist etwas sehr wichtiges. Wir brauchen die Berufung, damit unser Leben einen Sinn hat. Wir dürfen auch neu für die Berufung beten. Wir können beten: „Hier bin ich Herr, sende mich!"

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für meine Berufung. Ich danke dir, dass auch meine Berufung eine Liebesgeschichte ist. Ich danke dir, dass du mich auch sehr plötzlich gerufen hast, wie die ersten Jünger. Ich danke dir, dass ich mir mein Lebensprogramm nicht ausdenken muss, sondern dass ich es von dir empfangen kann. Jesus, ich bitte dich: Führe mich weiter durch mein Leben. Ich will lieber deine Überraschungen erleben als meine vorgefassten Meinungen erfüllt sehen. Hilf mir, dass ich alles, was nicht von dir ist, loslassen kann, dass ich ganz in deiner Führung lebe. Und ich danke dir, dass du mir immer wieder neue Überraschungen schenkst. Danke für das Abenteuer, die Berufung mit dir leben zu dürfen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, Du berufst, und in diese Benennung hinein lässt DU mehr und mehr deinen Jüngern erkennen
    "wozu sie berufen sind- zur Nachfolge!".
    Und wenn  ich so über mich nachdenke, stelle ich mir die Frage, wozu bin ich berufen. Sicherlich habe ich einen Beruf, Familie, Freunde, Vereinsleben...und doch, wozu bin ich von Gott berufen?
    Wenn ich mir vorstelle wie Adam "die Erde, das Land" mir untertan zu machen, so stelle ich fest,  dass ich meiner Berufung nicht wohl nachgekommen bin. Denn  wie oft werde ich vom "weltlichen" beherrscht. 
    Also werde ich mich noch mehr im Gebet, in der Hl.Messe oder in der Anbetung, DIR hinwenden,damit auch ich  DEIN RUFEN noch besser höre. Amen

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