Donnerstag, 27. August 2020

Seid wachsam! (Mt 24,42)

21 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 24,42-51

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. 

Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. 

Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? 

Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! 

Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. 

Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, 

und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, 

dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; 

und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Seid wachsam! (Mt 24,42)

 

Für mich heißt das, nicht nachlassen mit dem Gebet. Das Gebet ist meine Sehnsucht zu Jesus. Es heißt aber auch nicht sündigen, weil man denkt, es sei nicht so schlimm. Und wenn man beide Aspekte zusammen nimmt, dann kommt man auf Gottes- und Nächstenliebe. Wenn man ganz genau in sich hineinspürt, ist das sogar dasselbe. Es ist meine innere Haltung. Bin ich in der Liebe? Meistens bin ich in meinen Gedanken. Dann bin ich nicht in der Liebe. Wenn ich mit Menschen zusammen bin, dann kann ich in Gedanken bei dem sein, was ich will, aber nicht beim anderen. Ich kann das mir selber nur sehr schwer erklären, aber ich meine, zu beobachten, dass die Gedanken stören. Ich weiß, man kann nicht sagen, dass man nicht mehr denken soll. Aber trotzdem ist da etwas mit den Gedanken, was gegen die Liebe geht, und auch gegen Gott.

 

Seid wachsam! 

 

Ich möchte das nennen: die kontemplative Haltung. Ich bete dann z.B. das Jesusgebet: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner." Oder auch „Komm, Heiliger Geist!" Es können verschiedene Gebetsrufe sein, die mir helfen, ganz im Augenblick zu leben, ganz in der Realität, und nicht in meinen Gedanken. Ich meine das jetzt nicht nur auf die Gebetszeiten bezogen, sondern auch auf die Situationen, wo ich mit Menschen zusammen bin. Beim anderen Sein, das ist, in der Realität sein, das ist, in der Liebe sein. In den Gebetszeiten übt man die kontemplative Haltung ein. Und im Alltag lebt man sie dann.

 

Seid wachsam! 

 

In der kontemplativen Haltung ist man auch langsamer, nicht so hektisch, nicht so getrieben. Ich erwische mich förmlich immer wieder, wenn ich wieder getrieben bin. Dann gehe ich zurück in die kontemplative Haltung. So versuche ich, die Wachsamkeit zu leben. Ich weiß nicht, ob ich es gut erklären kann. Ich kann aber versichern: Da ist was dran. Es gibt diese kontemplative Haltung, im Gebet zu sein, in der Sehnsucht nach Jesus, ganz im Herzen und nicht in den Gedanken, ganz beim Mitmenschen und nicht bei meinem Eigenwillen. Was mir dabei hilft, sind die wiederholten Jesus-Anrufungen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich anfanghaft die kontemplative Haltung kennenlernen durfte. Ich will mich weiter darin einüben. Hilf mir, meine Gedanken zu beruhigen, wachsam zu sein, in der Liebe zu sein. Hilf mir besonders in der Begegnung mit meinen Mitmenschen in der Liebe zu bleiben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, bitte lass mich erkennen was es ausmacht ein guter und kluger Knecht zu werden ( zu sein ) , damit ich davor bewahrt bleibe ein schlechter Knecht zu sein ( bzw. zu werden ).
    Hl. Schutzengel halte mich in der Wahrheit des Geites und im Herzen wach, für das, was für die Gemeinschaft mit Jesus meinen Herrn wichtig ist. Amen

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    1. Jesus, du hast uns Worte für das ewige Leben gesagt und in Taten umgesetzt: Seid wachsam!
      Richtet euch nicht auf Dauer in dieser Welt ein, als käme danach nichts mehr.
      Vielmehr können wir uns sorgen, als gute Verwalter, dass die Menschen von heute gerne leben, mit Zuversicht auf die Ankunft des Herrn.
      Jesus Christus, dein Name ist für mich Programm im Alltag. Hierzu gehört ein tägliches Einüben. Die Wachsamkeit muss ich im Alltag lebendig halten. Dann fließt die Kontemplation ins Leben über zu unseren Mitmenschen .
      Gott, segne uns mit dem Blick, mit dem wir nach dir ausschauen.
      Segne uns mit dem Blick, dass wir erkennen, was für uns ansteht.
      Segne uns mit dem Blick, der fest bleibt, wenn unsere Stunde kommt. Amen!

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