Montag, 24. August 2020

Komm und sieh! (Joh 1,46)

Heiliger Bartholomäus

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 1,45-51

In jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. 

Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! 

Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. 

Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. 

Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 

Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. 

Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

 

 

Tagesimpuls:

 

Komm und sieh!  (Joh 1,46)

 

Natanael hat ein Vorurteil gegen Nazareth. Aber Philippus lädt ihn ein, sich selber ein Bild zu machen, sich nicht von diesem Vorurteil bestimmen zu lassen. „Komm und sieh!" Das erinnert mich daran, wie oft es mir schon passiert ist, dass ich negative Gedanken und Urteile über andere oder über eine Sache hatte. Und fast regelmäßig passiert es mir, dass ich danach irgendwelche Informationen über den Menschen oder die Sache erhalte, und dann weiß ich, dass ich mich geirrt hatte. Und doch passieren mir diese negativen Vorurteile immer wieder.

 

Komm und sieh!

 

Wie dem auch sei, das heutige Evangelium lädt uns ein, genauer hinzuschauen, unser eigenes Urteil zu bilden, uns nicht von Vorurteilen lenken zu lassen. Aber viele Menschen sind aber auch Mitläufer. Wenn eine Sache oder eine Person schlecht geredet wird, dann machen sie vor allem deshalb mit, weil sie nicht den Mut haben, sich gegen den Mainstream zu stellen. Natanael hat sich nicht hindern lassen durch das, was die Mehrheit denkt oder sagt. Er ist mit Philippus mitgegangen und hat Jesus kennengelernt. Wenn wir andere mitnehmen wollen zu Jesus, ist dies wahrscheinlich die größte Hürde. Man muss sich frei machen von dem, was die Mehrheit tut und sagt. Man muss den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Komm und sieh!

 

Ich nehme mir für heute vor, dieses Wort zu leben. Ich will immer wieder zu Jesus hingehen. Ich will aber auch versuchen, bei negativen Urteilen genauer hinzuschauen, mich nicht so schnell verleiten zu lassen, schlechtes zu denken.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für deine Worte. Ich danke dir für deine Einladung. Ich will zu dir kommen. Ich will andere Menschen zu dir einladen. Hilf mir, dass ich frühzeitig erkenne, wo ich mich zu negativen Vorurteilen verleiten lasse, und bewahre mich davor.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, heute darf ich hoffen, dass Du nicht nur Natanael ins Herz schaust,  sondern auch mir Deine Liebe nicht verwehrst.  Ja, und ich möchte heute, so wie Natanael, DIR ehrlich und ohne Falschheit entgegengehen.
    Amen

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  2. Jesus, das Wort: Komm und sieh, hat mich heute begleitet. Ich musste mich oft zurückholen. Gerade bei Menschen die mir begegneten. Ich habe versucht, sie bewusst wahrzunehmen und ihnen meine volle Aufmerksamkeit zu geben.
    Meine Erkenntnis war heute, im Namen zu bleiben, so gut das geht.
    Dann nehmen die Vorurteile ab.
    Jesus Christus, schenke mir deinen heiligen Geist. Damit der Alltag geling! Amen

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