Montag, 3. August 2020

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. (Mt 14,28)

18 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 14,22-36

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. 

Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. 

Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. 

In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. 

Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 

Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! 

Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. 

Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. 

Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! 

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 

Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. 

Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. 

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. 

Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm 

und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.  (Mt 14,28)

 

Man fragt sich: „Muss man solche Experimente machen?" Es heißt doch an anderer Stelle in der Bibel: „Du sollst den Herrn nicht auf die Probe stellen". Aber Jesus beteiligt sich ja an diesem „Experiment". Er hätte ja sagen können: „Nein, lass das!" Aber er findet die Idee sogar gut und lädt Petrus ein zum Gang auf dem Wasser. Er selber hat es ja auch vorgemacht. Müssen wir das jetzt auch machen?

 

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.

 

Ich glaube, dass wir Christen aufgefordert sind, so mit Jesus zu leben, dass wir auf sein übernatürliches Wirken vertrauen. Was mir dabei hilft, ist der Gedanke, dass wir uns sowieso nie weltlich ganz absichern können. Wenn ich z.B. jetzt Geld spare, könnte es sein, dass das Geld demnächst nichts mehr wert ist. Oder allein unsere fragile Gesundheit! Es kann so schnell passieren, dass durch eine Krankheit alle unsere Pläne über den Haufen geworfen werden. Oder jemand anderem passiert etwas, und wir müssen alles ändern, was wir geplant haben. Ob wir wollen oder  nicht, wir müssen auf Gott vertrauen.

 

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.

 

Aber wo kommt nun die andere Sache ins Spiel, dass wir Gott nicht auf die Probe stellen sollen. Wir müssen ja z.B. arbeiten und können nicht sagen: „Gott wird schon für mich sorgen." Ich denke, dass wir aufgefordert sind, normal zu leben und vorzusorgen in einem Rahmen, der dem normalen Leben entspricht. Wenn Gott uns zu einem größeren Glaubensexperiment einlädt, dann müssen wir das vorher gut prüfen. Zölibat ist z.B. ein solche größeres Experiment, aber wahrscheinlich die Ehe ebenfalls. Oder wenn man Geschichten liest von Gründern, die Häuser gekauft haben, ohne das Geld zum Bezahlen zu haben. Dies sind besondere Führungen Gottes, die sich auch in unserem Leben ereignen können. Aber wenn solche Dinge geschehen, dann brauchen wir eine ziemlich große Klarheit, dass es wirklich Gottes Führung ist. Da sollte man zumindest mit einem geistlichen Begleiter sprechen, bevor man sich auf so ein Abenteuer einlässt.

 

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.

 

Ich möchte festhalten und betonen, dass es in unserem christlichen Leben immer wieder diese Glaubensexperimente gibt, wo wir zeigen müssen, dass wir voll auf Gott vertrauen. Wann so eine Situation eintritt, müssen wir sehr gut prüfen, denn wir sollen auch nicht anderen zur Last fallen, weil wir selber nicht richtig für unser Leben gesorgt haben.

 

Gebet:

Jesus, ich bitte dich, dass ich offen bin, wenn du mich rufst, über das Wasser zu gehen. Lass mich die Gelegenheiten nicht verpassen, wo du Dinge mit mir tun willst, die nur im Glauben geschehen können. Bewahre mich aber auch vor einer falschen Leichtsinnigkeit, dass ich wirklich immer in deinem Willen lebe und die Glaubensschritte gehe, die du mich führen willst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, auch ich gehe so manchesmal unter, weil da "was - oder jemand " ist, weshalb ich den Boden unter meinen Füßen verliere.
    Und auch ich schreie dann und rufe
    " Herr, rette mich " .
    Was ich dann feststellen darf, dass DU da bist, und auf mich aufpasst dass ich nicht verloren gehe.
    Dafür danke ich dir. Danke Jesus.

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  2. Jesus, du hast ganz lange mit dem Vater im Gebet verbracht.
    Zuvor hast du die Jünger aufgefordert in das Boot zu steigen und an das andere Ufer zu fahren. Die vielen anderen Menschen hast du selber weggeschickt.
    Jesus, jetzt bist du auf dem Berg, in der Einsamkeit, mit dem Vater im Gebet vereint. Lange Zeit verbringst du so!
    Für mich heißt das:
    Einsamkeit - aushalten
    Gebet - stärkt
    Jesus Christus, schenke mir heute die Kraft, den Menschen in deinem Namen zu begegnen und ihnen deine Liebe zu bringen. Amen!

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