Mittwoch, 5. August 2020

Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. (Mt 15,26)

18 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 15,21-28

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. 

Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. 

Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. 

Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. 

Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! 

Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. 

Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. 

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.  (Mt 15,26)

 

Warum sagt Jesus so etwas? Wir können ein Motiv ausschließen, was es sicher nicht war: Lieblosigkeit. Jesus war nicht lieblos. Alles hat er aus Liebe getan. Alles hat er für uns getan, für uns zum Vorbild, für uns als Lehre. Ich erinnere mich daran, dass er beim totkranken Lazarus drei Tage gezögert hatte. Das war genauso unverständlich, und Martas Schwestern werfen es ihm später vor. Die Frau des heutigen Evangeliums dagegen wirft Jesus gar nichts vor. Sie bleibt einfach dran, sie gibt nicht auf, sie fährt damit fort, ihn zu bitten.

 

Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

 

Ist es das, was wir lernen sollen? Nicht böse sein, wenn Jesus zögert? Erleben wir nicht allzu oft das Zögern Gottes, und wir verstehen es nicht? Wahrscheinlich will Jesus uns eine Lehre geben, die sehr gut zu unserem Alltag passt. Es geht fast nichts so schnell, wie wir es gern hätten. Immer wieder müssen wir warten. Und wir sollen uns durch das Warten nicht beirren lassen. Wir sollen mit großem Glauben weiter bitten, was auch immer geschieht. Auf diese Weise kann das Zögern Gottes unseren Glauben stärken.

 

Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

 

Lassen wir uns also nicht vom Glauben abbringen, wenn wir einmal auf die Hilfe Gottes warten müssen! Geben wir der Versuchung zum Zweifeln keinen Raum! Bleiben wir einfach treu im Gebet. Jesus sieht das, und dann wird er auch zu uns sprechen: „Dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen."

 

Gebet:

Jesus, ich glaube dir, dass alles, was du tust, einen Sinn hat. Ich will dir vertrauen, auch wenn ich dein Wirken nicht erkenne. Ich will treu bleiben im Gebet. Gib, dass mein Glaube dann besonders wachsen möge, wenn ich auf deine göttliche Hilf warten muss.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus wenn ich heute das Evangelium lese, muss ich mich fragen; wo stehe ich - und in welcher Beziehung lebe ich zu dir?
    Bin ich etwa genau wie diese Frau...

    Auch wenn ich "heidnisch bin" so darf ich doch von DIR Hilfe erhoffen.

    Jesus, DU schaust tief in mein Herz, und DU weißt weshalb ich heute zu Dir komme.
    DU siehst die "Beweggründe" des Herzens!!!
    So wie die kanaanäische Frau - aus liebender Sorge um ihre Tochter, zu DIR kommt, so siehst DU auch in mein Herz.

    ....und ich kann nur sagen;
    Komm Herr Jesus, komm.

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  2. Jesus, mich hat heute Morgen in der ersten Lesung der Satz sehr angesprochen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.
    Gott liebt sein Volk und hält ihm die Treue durch alle Zeiten hindurch.
    Die Frau im Evangelium hat dies verstanden. Sie ruft laut, und beharrlich hinter Jesus her: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids. So sprechen wir am Beginn jeder Eucharistiefeier. Ich weiß, dass ich ein schwacher Mensch bin. Gott du liebst mich und schließt niemand von deiner Liebe aus.
    Der Glaube an Gott verbindet Menschen über alle Unterschiede der Herkunft, der Sprache, der Tradition und der religiösen Prägung hinweg.
    Heiliger Geist, lenke und leite du heute die Menschen guten Willens auf dem richtigen Weg. Amen!

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