Donnerstag, 2. Juli 2020

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? (Lk 1,43)

Fest Maria Heimsuchung

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,39-56

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. 

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt 

und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. 

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, 

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. 

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, 

und sein Name ist heilig. 

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht 

über alle, die ihn fürchten. 

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: 

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. 

Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. 

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben 

und lässt die Reichen leer ausgehn. 

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an 

und denkt an sein Erbarmen. 

das er unsern Vätern verheißen hat, 

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?  (Lk 1,43)

 

In der frühen Kirche wurde über den Muttergottes-Titel gestritten. Es gab das Konzil von Ephesus (431), was diesen Titel bestätigte. Allerdings kann man immer noch über die Übersetzung streiten. In Ephesus wurde „Gottesgebärerin" (Theothokos) gesagt. Im Deutschen, vor allem in der katholischen Tradition, hat sich aber „Muttergottes" eingebürgert. Mutter scheint im deutschen eingängiger als Gebärerin.

Hier im biblischen Text ist mit „Herr" ganz sicher der Gottestitel gemeint. Wir sagen ja auch mit der biblischen Formulierung: „Jesus ist der Herr!" und meinen damit ganz klar Gott. Mutter des Herrn ist also Muttergottes. Weil Jesus Gott ist, folgt daraus, dass Maria die Muttergottes ist. Es ging damals bei dem Streit gar nicht so sehr um Maria. Es ging darum, ob Jesus wirklich Gott ist. Wenn Jesus nur Mensch wäre, dann müsste man sagen: Maria ist die Mutter Jesu, aber nicht die Muttergottes. Aber weil Jesus Gott ist, darf man Maria als Muttergottes bezeichnen. Es geht als wirklich darum, Jesus zu ehren.

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Warum ist das so wichtig? In der Freikirche habe ich gelernt, wie wichtig das Proklamieren ist. Mit dem Proklamieren von Wirklichkeiten, besonders auch von Wirklichkeiten aus der unsichtbaren Welt, sind große Gnaden verbunden. Wenn ich z.B. den Namen Jesu anrufe, dann schenkt sich Jesus, und indem er sich schenkt, schenkt er große Gnaden. Es ist ein Unterschied, ob ich die Wahrheit proklamiere oder nicht. Sogar wenn ich sie nur denke, macht das schon einen Unterschied. Die Wahrheit muss immer wieder proklamiert, ausgesprochen werden. Wenn wir Jesus nicht als Retter proklamieren, dann ist seine rettende Wirklichkeit weniger spürbar in unserer Welt. Und wenn die Kirche Maria als Muttergottes proklamiert, dann werden damit auch wieder große Gnaden freigesetzt. Übrigens, wenn wir als Christen unsere Vollmacht, unsere Autorität, proklamieren, dann werden dadurch auch große Gnaden freigesetzt. Und wenn jemand die Autorität der Nachfolger der Apostel proklamiert, der Bischöfe, Priester oder Diakone, dann setzt das auch neue Gnaden für die Kirche frei.

 

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

Wir Katholiken glauben, dass wir in eine immer größere Fülle der Gnaden kommen, wenn wir Maria als Muttergottes proklamieren. Elisabeth hat es so erlebt. Sie wurde von der Gegenwart Marias gewaltig gesegnet. Und sie hat das proklamiert! Hätte Gott sie auch ohne Maria segnen können? Gewiss! Aber er hat es durch Maria getan. Und er hat die ganze Welt durch Maria gesegnet, denn sie sollte Mutter unseres Erlösers sein.

 

Gebet:

Jesus, ich will dich und deine Mutter proklamieren, verkünden vor der ganzen Welt. Danke für alle Gnaden, die du uns schenkst. Danke für die große Fülle! Heute möchte ich mich besonders öffnen für die Segnungen, die du mir durch Maria vermitteln willst. Danke, dass du uns allen als Christen die Autorität schenkst, andere Menschen zu segnen. Bitte gib, dass ich heute ein Segen für viele sein kann. Lass Menschen die Gegenwart Gottes spüren und die Freude in Gott, wenn sie mir begegnen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Maria, in vollkommener Reinheit hast du JA gesagt zum Willen Gottes, und bist aus voller Nächstenliebe zu Elisabeth gegangen.
    In vollkommener Reinheit hat Johannes im Leib Elisabeths, die Nähe des Herrn erkannt.
    ...und ich frage mich jetzt;
    - in welcher Reinheit höre ich das Wort Gottes
    - in welcher Reinheit trage ich das Wort
    des Herrn zu meinen Mitmenschen
    - in welcher Reinheit trete ich meinen Herrn gegenüber
    - in welcher Reinheit heiße ich dich, Gottesmutter, willkommen
    - höre auch ich auf die Eingebungen Gottes

    Gottesmutter Maria, mit der Kraft des Heiligen Geistes, hilf mir heute, über all diese Fragen nachzudenken. Amen

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  2. Jesus, heute an diesem Fest, werden alle üblichen Maßstäbe durchkreuzt. Im Evangelium hören wir von zwei Frauen, die auf wundersame Weise Schwanger geworden sind. Sie sind so von Gott erfüllt, dass sie ihn loben und preisen. In dem Augenblick wird kein Mensch sie verstanden haben. Es war ein tiefes Geheimnis unter diesen beiden Frauen, was sie verbindet und froh macht.
    Maria,du warst drei Monate bei Elisabeth. Birgt nicht diese Zahl drei eine tiefe innere Verbindung da!
    Wie nebenbei gehen den Frauen Worte über die Lippen, die als Gebet bis heute lebendig sind und von vielen Menschen Tag für Tag nachgesprochen werden: das Ave Maria und das Magnificat.
    In der ersten Lesung heute haben wir beim Propheten Joel gehört: Danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein.
    Herr, Gott, gieße auch heute deinen Geist aus auf die getauften Christen, damit der Lobpreis zu deiner Ehre nie verstummt. Amen!

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