Montag, 6. Juli 2020

Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. (Mt 9,21)


14 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 9,18-26

In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig. 

Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. 

Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; 

denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt. 

Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, 

sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. 

Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf. 

Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.   (Mt 9,21)

 

Hier sehen  wir, wie wichtig die Berührung mit Jesus ist. Die Frau will ihn berühren, und Jesus fasst das Mädchen an der Hand. Das ist der Grund, warum wir die Sakramente haben. Wir brauchen die Berührung mit Jesus. Es ist nicht dasselbe, ob ich nur an ihn denke, oder ob ich in einer realen Begegnung mit ihm bin, durch die Sakramente der Kirche, die immer auch eine Materie haben (Brot und Wein, Wasser, geweihtes Öl), durch die real erlebte Gemeinschaft.

 

Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

 

Jetzt kann man zu Recht die Frage nach den Online Gottesdiensten aufwerfen. Das sind doch nur virtuelle Berührungen. Aber wir haben erleben dürfen, wie intensiv der Heilige Geist auch darin gewirkt hat. Ich vergleiche es mit einem Ehepaar, das getrennt ist. In dieser Situation ist es gut, wenn die beiden telefonieren. Und das kann sehr gut, sehr intensiv sein, Gott sei Dank! Aber keiner würde behaupten, dass der telefonische Kontakt vollkommen ausreichen würde für eine Liebesbeziehung. So sind die Online Gottesdienste eine sehr gute Möglichkeit, eine sehr gute Ergänzung, aber kein Ersatz für die real erlebte sakramentale Gemeinschaft mit Jesus.

 

Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

 

Wir haben aber noch einen anderen großen Vorteil der Online Gottesdienste erleben dürfen. Sie sind ein Instrument, mit dem man Menschen erreichen kann, die man sonst nicht erreicht hätte. Für viele wird durch sie der Weg zur regelmäßigen Messfeier erleichtert oder erst ermöglicht. Sie sind also für viele ein wirklich gutes Mittel geworden, in einen tieferen Glauben einzusteigen. Von daher tut es mir leid, wenn ich sie irgendwann wieder aufgeben muss, wenigstens teilweise.

 

Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 

 

Aber was heißt das für uns? Wir sollen die reale Begegnung mit Jesus suchen, in der Messe in der eucharistischen Anbetung, in der Gemeinschaft mit anderen Christen. Wir sollen mit derselben Sehnsucht zu Jesus kommen, die nur sein Gewand berühren wollte. Wenn wir heute beten, wenn wir heute in der Eucharistischen Anbetung vor Jesus kommen, dann tun wir das mit dieser Sehnsucht, ihn berühren zu können!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich dich in den Sakramenten berühren kann. Jeden Tag bin ich bei dir in der eucharistischen Anbetung. Ich will dich berühren. Ich berühre nur einen kleinen Zipfel von dir, ich kann deine Größe und Fülle nicht erfassen. Aber dieser kleine Zipfel genügt mir schon, damit ich geheilt werde. Sprich nur das eine Wort, dann wird meine Seele gesund!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 

 

 






Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, heute beim Lesen des Evangelium, stelle ich fest, mir "klingeln" noch deine Worte im Ohr, die ich Gestern aus deinem Mund hörte...." kommt doch alle zu mir - die ihr mühselig und beladen seid".
    Die Gemeinsamkeit die ich beim Mann und der Frau entdecke, ist der "kraftvolle Glaube". Egal was es kostet, beide finden den Weg hin zu Dir.

    Hl.Schutzengel auf deine Fürsprache bitte ich, bring mich Heute zur Gottesmutter, damit ich von ihr erfahre, wie ich auf einem guten Weg zu ihrem Sohn, Jesus Christus komme. Amen

    AntwortenLöschen
  2. Jesus, durch was komme ich dahin, damit ich diese Sehnsucht in mir spüren kann? Der Weg dorthin führt durch die Wüste. So steht es in der ersten Lesung heute:Ich will Israel, meine treulose Braut, in die Wüste hinausführen und sie umwerben.
    Durch großes Leid gelangen wir manchmal zu dieser Sehnsucht, da ist jemand der kann mich innerlich heilen. Es ist das Geschenk der Liebe und des Erbarmen. Jesus,du kannst es mir schenken. Der Glaube dieser Frau war so stark. Herr, laß mich heute auf die kleinen Dinge im Alltäglichen schauen.
    Lass mich deine Liebe erleben und auch weitergeben. Dir darf ich mich ganz und gar anvertrauen. Amen!

    AntwortenLöschen