Freitag, 17. Juli 2020

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. (Mt 12,6)

15 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 12,1-8

In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. 

Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. 

Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - 

wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? 

Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? 

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. 

Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; 

denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.  (Mt 12,6)

 

Jesus setzt ein Zeichen. Er will klarmachen: Er ist der Gesetzgeber, der Herr. Von ihm gehen alle Gesetze und Gebote aus, denn er ist Gott. Jesu Ziel ist es, sich den Menschen zu offenbaren als der, der er ist, nämlich Gott, der Sohn Gottes. Es geht letztlich nicht um Gebote und Prinzipien, sondern darum, dass wir eine Beziehung zu Gott haben und ihm gegenüber gehorsam sind. Aber stellen wir vielleicht auch manchmal Gebote und Prinzipien über die Beziehung zu Gott?

 

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.

 

Jeder Mensch hat für sich gewissen Ordnungen geschaffen, nach denen er lebt. Das ist grundsätzlich gut und richtig. Die Ordnung trägt uns, sie erleichtert unser Leben, sie ermöglicht sogar unser Leben. Für manche Menschen heißt das zum Beispiel, dass sie immer zur selben Kirche gehen, am besten immer zur selben Zeit. Und sie haben sogar einen Stammplatz. Aber wenn sich der Gottesdienstplan ändert, dann gehen sie vielleicht gar nicht mehr zur Messe, obwohl sie es könnten. Jemand der zwei Kilometer zu seiner Kirche fährt – das ist ein echtes Beispiel – geht nicht zur Messe, wenn in seiner Kirche an einem Sonntag keine Messe gefeiert wird. Er hätte es zwei Kilometer in die andere Richtung zu einer anderen Kirche, aber er kommt nicht auf die Idee, dann in die andere Kirche zu fahren, obwohl dort derselbe Priester die Messe feiert. Das sind Ordnungen, die Menschen sich geschaffen haben, die uns dann manchmal daran hindern, Jesus zu folgen und ihm gehorsam zu sein.

 

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.

 

Jesus betont auch die Barmherzigkeit in seiner Rede. Das Einhalten von Ordnungen kann auch zu Unbarmherzigkeit führen. Das ist falsch. Gott will Barmherzigkeit, das steht an oberster Stelle. Ich soll barmherzig mit meinen Mitmenschen sein, aber auch mit mir selbst. Vielleicht klage ich mich selber häufig an, weil ich bestimmte Gebote nicht eingehalten habe. Und vielleicht ist Gott viel barmherziger mit mir als ich selber. Das Wichtigste ist die Beziehung zu ihm. Aus dieser Beziehung wächst der Gehorsam. Die Ordnungen müssten eigentlich dann an dritter Stelle stehen. Denn wir wollen nur die Ordnungen in unserem Leben, die wirklich aus dem Gehorsam gegenüber Jesus stammen.

 

Gebet:

Jesus, ich sehe, dass es ohne Ordnungen nicht geht. Ich habe einen gewissen Tagesrhythmus, ich habe meine Ordnungen, die mich tragen. Ich will aber deinen Willen immer an die erste Stelle setzen. Ich will nicht festgefahren werden. Ich will immer auf dich hören. Und ich will barmherzig bleiben, vor allem auch gegenüber mit selber. Bitte hilf mir dabei. Amen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, für mich, sprichst DU heute zu den Heuchlern. Sprichst DU auch zu mir?

    Ja, Du sagst mir; Mensch verstehe das "Wirken im Sabbat". Lerne die Größe Gottes zu verstehen, und schaue auf das " Innere des Wortes" nicht auf äußeres.

    Jesus, ich bitte um die "Gnade des Verstandes" wenn DU mir sagst, "Hier ist einer der größer ist als der Tempel"

    Jesus, ich bitte um Deinen Segen. Amen

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  2. Jesus, du bist größer als unser Verstand! Du bist der barmherzige!
    Ich brauche in meinem Tagesablauf eine gewisse Ordnung. Ist sie zerstört, bin ich innerlich hin und her gerissen. Ich habe keinen Halt!
    Es ist gut, dass es dich in meinem Leben gibt. Du bist mein fester Halt. Komme ich an Grenzen, bist du da, und zeigst mir den Weg, der mich in die Freiheit führt.
    Gott, segne uns, wenn wir unsere Schwäche erkennen; du führst uns in die Freiheit der Kinder Gottes.
    Segne uns, wenn wir Geduld mit dem Nächsten brauchen; du führst uns, damit wir deinen Willen im Alltag erkennen.
    Segne uns, wenn wir nur in deiner Kraft Hilfe finden; damit wir barmherzig bleiben mit uns selber. Amen!

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