Samstag, 18. Juli 2020

Der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches. (Mt 13,38)

16 Sonntag im Jahreskreis  

Evangelium                                                                                    Mt 13, 24–43

In jener Zeit
24 erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
25Während nun die Menschen schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging weg.
26Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
27Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn
und sagten: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt dann das Unkraut?
28Er antwortete: Das hat ein Feind getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
29Er entgegnete: Nein,
damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
30Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!
31Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor
und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn,
das ein Mann auf seinen Acker säte.
32Es ist das kleinste von allen Samenkörnern;
sobald es aber hochgewachsen ist,
ist es größer als die anderen Gewächse
und wird zu einem Baum,
sodass die Vögel des Himmels kommen
und in seinen Zweigen nisten.
33Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig,
den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg,
bis das Ganze durchsäuert war.
34Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen
und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen,
35damit sich erfülle,
was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen,
ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
36Dann verließ er die Menge
und ging in das Haus.
Und seine Jünger kamen zu ihm
und sagten:
Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
37Er antwortete: Der den guten Samen sät,
ist der Menschensohn;
38der Acker ist die Welt;
der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches;
das Unkraut sind die Kinder des Bösen;
39der Feind, der es gesät hat,
ist der Teufel;
die Ernte ist das Ende der Welt;
die Schnitter sind die Engel.
40Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gesetzloses getan haben,
42und werden sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
43Dann werden die Gerechten
im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!

 

 

Tagesimpuls:

 

Der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches.  (Mt 13,38)

 

Am letzten Sonntag deutete Jesus das Gleichnis vom Sämann so, dass der Same das Wort Gottes ist, was in unser Herz ausgesät wird. Heute deutet er das Gleichnis etwas anders. Jetzt ist der Acker die Welt. Und die Kinder des Reiches, also die Christen, sind der gute Same. Das Wort Gottes hat also inzwischen in unserem Herzen und in unserem Leben Frucht gebracht, und nun sind wir selber zum Samen geworden für die Welt.

 

Der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches.

 

Es gibt in unserer Erfahrung auch das Unkraut. Es gibt Menschen, die Böses tun, die die Ausbreitung des Guten verhindern. Aber Gott verhindert das nicht, weil er dann die ganze Welt beenden müsste, dann würde alles ausgerissen, das Gute und das Böse. Ich kann nicht sagen, dass ich das verstehe. Ich frage mich trotzdem, warum Gott nicht nur das Böse ausreißen könnte. Aber ich glaube Jesus. Wenn er sagt, dass das nicht geht, dann glaube ich ihm. Also müssen wir Christen uns bewähren, wir müssen unseren Weg gehen, auch wenn wir angefochten sind durch das Böse, aber eben auch durch Böse Menschen, die versuchen, das Gute zu verhindern.

 

Der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches.

 

Ich soll also guter Same sein für die Welt und mich durch das Böse, das geschieht nicht beirren lassen. Es geht also nicht so sehr darum, dass ich später ein perfektes Werk vorzuweisen habe. Es geht vielmehr um alles Gute, was ich getan habe, egal wie das Ergebnis hier auf der Erde aussieht. Wenn auch viele böse Menschen das Ergebnis meines Bemühens zerstört haben mögen, so hat doch mein Bemühen Wert für die Ewigkeit. Die Liebe, die ich investiert habe, kann niemand mehr herausnehmen aus der Welt, die bleibt für immer.

 

Gebet:

Jesus, bei dir zählt nicht so sehr das sichtbare Ergebnis, sondern die Liebe, die wir investieren. Es könnte sein, dass jemand sein Leben lang sehr viel Liebe investiert hat, aber dass das von keinem erkannt wird, dass man kaum ein sichtbares Ergebnis sieht. Dann würde dieses Leben von dir in höchster Weise anerkannt. Ich bitte dich, hilf mir, loszulassen von der Leistungsorientierung, loszulassen von dem Wunsch, etwas Sichtbares vorweisen zu wollen. Gib, dass ich mich damit begnüge, geliebt zu haben, und alles andere dir zu überlassen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, du hast den guten Samen in uns Menschen gelegt. Wir haben die Aufgabe den Samen in uns wachsen zu lassen. Das bedarf einer täglichen Gewissenserforschung. Die Frage: bin ich noch auf dem richtigen Weg ? Kann der Samen wachsen oder ist da Unkraut? Herr, zeige du mir die Spur, die ich gehen soll.
    Lass das Reich Gottes in mir wachsen. Lass mich deinen Namen anrufen, dass der Lobpreis nie verstummt bis in alle Ewigkeit. Amen!

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  2. Jesus, Du sagst mir / uns...
    "Mit dem Himmelreich ist es wie..." oder
    "Das Himmelreich ist..." und dann noch
    "Das Himmelreich ist gleich..."

    Ich frage mich; weiß ich überhaupt was oder wie ein Himmelreich ist - oder wie es funktioniert? Nein, natürlich nicht...
    - was ich wohl weiß, dass DU sagst, " denn siehe, das REICH GOTTES ist mitten unter euch" (Lk.17,21)

    Ich bitte DICH, schenke mir "Geduld, also ein ruhiges Wesen) damit ich wie der Sauerteig und mit der Kraft des Heiligen Geistes, dort anfange zu wirken, wo du mich hin berufen hast... in meiner Familie, auf meiner Dienststelle, im Verein und in der Freizeit und auch bei meinen Nachbarn und Mitmenschen.

    Jesus, mir geschehe wie DU täglich zu mir sprichst...Amen

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