Samstag, 17. August 2019

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. (Lk 12,51)

20 Sonntag im Jahreskreis  

 

Evangelium                                                   Lk 12, 49–53

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
49Ich bin gekommen,
um Feuer auf die Erde zu werfen.
Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
50Ich muss mit einer Taufe getauft werden
und wie bin ich bedrängt,
bis sie vollzogen ist.
51Meint ihr,
ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?
Nein, sage ich euch,
sondern Spaltung.
52Denn von nun an werden
fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben:
Drei werden gegen zwei stehen
und zwei gegen drei;
53der Vater wird gegen den Sohn stehen
und der Sohn gegen den Vater,
die Mutter gegen die Tochter
und die Tochter gegen die Mutter,
die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter,
und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

Tagesimpuls:

 

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.  (Lk 12,51)

Jesus bringt ein Feuer der Begeisterung für Gott. Dieses Feuer versteht die Welt nicht. Die weltlich gesinnten Menschen (auch Christen) sagen dann, das sei übertrieben. Sie wollen in ihrem Lebensrhythmus nicht gestört werden. Sie wollen sich nicht intensiver mit Gott auseinandersetzen. Deswegen sagen sie, das sei übertrieben. Wer aber dieses Feuer erlebt hat, der kann sich dem nicht entziehen. Er spürt in sich: Jesus lebt, er lebt wirklich, er erhört Gebete, man kann seine Gegenwart spüren. Dass alles kann nicht unwahr sein, nur weil viele Menschen das nicht nachvollziehen können. Die Tatsache, dass andere mich deswegen verachten, ist zwar schwer zu ertragen, aber ich kann die Erfahrung mit Gott deswegen nicht verleugnen. Das Feuer ist einfach da. Es brennt in mir.

 

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.

So gesehen bringt Jesus wirklich Trennung, mitten durch die Familie. Das liegt aber nicht daran, dass Jesus Familien kaputtmachen wollte. Es liegt einfach nur an der Tatsache, dass der Glaube an Jesus einen Unterschied macht. Wenn man an Jesus glaubt, dann wird das Leben anders. Wenn der Glaube gar keinen Unterschied machen würde, dann wäre er ja auch uninteressant, warum sollte man dann an Jesus glauben? Wir wollen doch, dass sich unser Leben zum Positiven verändert durch den Glauben an Jesus. Und genau diese Veränderung, das ist der Unterschied, den der Glaube macht. Aber dadurch unterscheiden wir uns auch von denen, die noch nicht glauben.

 

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.

Ich tröste mich immer mit dem Gedanken: Ein Lehrer muss auch den Unterschied zu seinen Schülern aushalten. Die Spannung, die aus der Verschiedenheit resultiert, ist notwendig, damit sich etwas verändern kann. Wenn es keine Spannung gäbe, würde sich nie etwas verändern. Diese Spannung ist zwischen Schülern und Lehrern, zwischen Eltern und Kindern, und eben auch zwischen Christen und Nicht-Christen. Diese Spannung entsteht ganz notwendig, weil der Glaube an Jesus uns und die Welt verändern will. Ohne die Spannung bleibt alles so, wie es ist. Und das will ja auch keiner.

 

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.

Nehmen wir also die Tatsache an, dass Jesus uns verändert, und dass daraus Spannungen resultieren! Nur so können sich die anderen auch verändern. Und das Aushalten der Spannungen ist unser Kreuz. Wir halten das aus Liebe zu unseren Mitmenschen aus. Wir sollen ja unser Kreuz tragen. Daher dürfen wir uns nicht über diese Spannungen beklagen.

 

Gebet:

Jesus, du hast uns auf einen Weg des Glaubens gerufen, auf einen Weg mit dir. Viele Menschen verstehen das nicht, und so gibt es Spannungen. Ich will all diese Spannungen aus Liebe zu den Menschen ertragen, damit sich etwas entwickeln kann. So kann dein Reich wachsen. Hilf den Menschen, die vielleicht heute noch gegen dich und den Glauben rebellieren, dass sie dich auch kennenlernen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Menschen wollen nicht immer die Feuersglut des Hl.Geistes annehmen, und deshalb kommt es unter den Menschen zur Spaltung, zur Trennung, zum Streit.

    Amen

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