Dienstag, 27. August 2019

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. (Mt 23,23)

21 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 23,23-26

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. 

Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele. 

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. 

Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.  (Mt 23,23)

 

Dies ist ein sehr wichtiger Grundsatz. Oft neigen wir zum Entweder-Oder. Entweder man hält sich an Traditionen und Regeln, an äußeren Ritualen, oder man schaut auf das Wesentliche, auf die Innerlichkeit und rümpft die Nase über Menschen, die stark in ihren Traditionen leben. Warum kann man nicht beides. Warum kann nicht z.B. ein Mensch, der in einer Kirche eine Kerze anzündet (altes, überliefertes Ritual) dabei sehr tief und innerlich beten? Warum kann nicht ein Charismatiker mit ganzem Herzen ein Stundengebet oder einen Rosenkranz beten? Ich beobachte, dass sich auch bei den intensivsten Charismatikern immer wieder Traditionen herausbilden, wie z.B. bestimmte Lieder, die immer wieder gesungen werden. Wo ist das Problem? Es ist menschlich, dass wir Traditionen bilden, daran ist zunächst noch nichts Verwerfliches.

 

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.

 

Schwierig wird es, wenn man Traditionen befolgt ohne den Geist, oder wenn man völlig falsche Prioritäten setzt, wie Jesus es hier anprangert. Alle unsere Gebete müssen letztlich dazu führen, dass unser Herz immer reiner und liebevoller wird. Oder wie die alte Theologie es ausdrücken würde: dass Glaube, Hoffnung und Liebe in unserem Herzen wachsen. Was die Pharisäer hier praktizieren, ist eine Gefahr für alle Beter: Das man im Gebet seinem Egoismus weiter frönt, nur mit anderen Mitteln. Man dreht sich weiterhin um sich selbst, um seine eigenen Ideen und Vorstellungen, wie die Dinge zu sein haben. Es gibt auch im spirituellen Bereich eine Habsucht und eine Ehrsucht.

 

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.

 

Es geht also nicht um die Alternative Form oder Geist, denn wir Menschen sind menschlich, mit Leib und Seele, und wir werden immer Formen herausbilden. Ob wir nun ein Kreuzzeichen machen oder die Arme erheben oder in der Gegenwart Gottes niederknien. Nein, es geht um die Alternative Egoismus oder Loslassen, Kreisen um mich und meine Vorstellungen oder wirkliches Kreisen um Ihn, meinen Herrn. Wie die Augen der Knechte auf ihren Herrn, so sollen unsere Augen auf den Herrn ausgerichtet sein, im Gebet, und wenn möglich den ganzen Tag. (vgl. Ps 123)

 

Gebet:

Jesus, ich will auf dich ausgerichtet sein und nicht um mich selber kreisen. Hilf mir, die richtigen Prioritäten zu erkennen. Lass mein Gebet lebendig sein und nicht in leblosen Formen erstarren. Heiliger Geist, erfülle mein Beten mit deiner Liebe, aber lass deine Liebe in mir immer lebendig sein, nicht nur dann, wenn ich bete. Jesus, ich will dir heute neu mein Herz öffnen, damit du mich leiten und lenken kannst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, lass mich nicht in "Kleinigkeiten" verloren gehen, sondern stärke meinen Glauben, dass ich lerne und bemüht bin, mit deinen Augen zu sehen - mit deinen Ohren zu hören - mit deiner Liebe zu fühlen.

    Muttergottes bitte hilf mir, dass ich mich zuerst innerlich nach Jesus - nach Gott ausrichte, damit ich dann mit der Kraft des Hl.Geistes mein äußeres Umfeld im "wahren Licht" sehen kann.

    Amen

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