Freitag, 30. August 2019

Ich kenne euch nicht. (Mt 25,12)

21 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 25,1-13

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 

Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, 

die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. 

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! 

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. 

Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. 

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. 

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 

Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 

Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich kenne euch nicht.  (Mt 25,12)

 

Hier sagt Jesus, worauf es ankommt. Im Sonntagsevangelium vom vergangenen Sonntag war es ähnlich. Da sagte er, dass zu denen, die draußen bleiben müssen, gesagt wird: „Ich weiß nicht, woher ihr seid" (Lk 13,27). Es kommt also darauf an, Jesus zu kennen, eine Beziehung zu ihm zu haben.

 

Ich kenne euch nicht.

 

Viele haben das Öl in den Lampen gedeutet als die Liebe. Wir Menschen sind wie Gefäße, wie Öllampen. Wir brauchen die Liebe in unserem Herzen, damit wir leuchten. Bei der Liebe ist es so: Wir haben nicht drei Herzen, für drei verschiedene „Lieben", eins für die Gottesliebe, eins für die Nächstenliebe und eins für die Selbstliebe. Wir haben ein einziges Herz. Und dieses Herz ist entweder gefüllt mit Liebe oder nicht. Mit anderen Worten: Wenn wir ein Herz voll Liebe haben, dann lieben wir unseren Mitmenschen, wir lieben uns selbst und wir lieben Gott. Wenn die Liebe schwach ist, dann ist sie auf allen drei Ebenen schwach, und wenn sie stark ist, dann ist sie auf allen drei Ebenen stark. Wenn wir also ehrlich wissen wollen, wie groß unsere Liebe zu Gott ist, dann können wir uns mal ehrlich fragen, mit wieviel Prozent der Menschen wir gut auskommen. Und wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir mit einer ganzen Reihe von Menschen nicht gut klarkommen, dann zeigt uns das, dass auch unsere Liebe zu Gott noch nicht sehr vollkommen ist.

 

Ich kenne euch nicht.

 

Das Öl ist die Liebe, und die Liebe ist der Heilige Geist, der in unsere Herzen ausgegossen ist und dort wirkt. (Röm 5,5) Wenn wir eine Beziehung zu Jesus haben, dann wirkt der Heilige Geist in uns, dann kennen wir Jesus, dann kennt er uns, dann haben wir eine Nähe zu ihm, und dann fließt die Liebe in uns. Wenn wir wissen wollen, wie wir dahin kommen, in diesen Zustand, dann gibt es nur einen Weg: Jesus. Er ist der Weg. Der Humanismus sagt, man brauchte Jesus nicht, um zu diesem Ziel der Liebe zu kommen. Wir Christen glauben, dass nur Jesus der Weg ist. Nur durch ihn kommen wir dahin, dass die Liebe in unseren Herzen wirkt. Nur wenn wir ihn kennen, wenn wir eine gute Beziehung zu ihm pflegen, kann das geschehen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns deutlich sagst, worauf es ankommt. Ich will dich mehr kennenlernen. Ich will, dass du später von mir sagst, dass du mich kennst, dass wir uns kennen. Ich weiß, es kommt nur auf meine Beziehung zu dir an. Das ist für mich eine Erleichterung, eine Entlastung. Ich muss nichts Außergewöhnliches leisten, ich muss nicht „ein guter Mensch" sein, nein, ich muss dich kennen, zu dir eine Beziehung haben. Du bewirkst, dass immer mehr Liebe in meinem Herzen zu fließen beginnt

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 

 







Roland Bohnen
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, es mag sein das ich kein Öl, abgeben kann, weil es dann für uns alle nicht reicht ( aber ich möchte auch nicht egoistisch wirken...) daher bitte ich DICH, bewirke DU in meinem ÖLKRUG - ein "Wunder Kana"

    Auch wenn ich kaum Öl abgeben kann, so kann ich doch mit meinen Mitmenschen über die "Liebe des Bräutigam" sprechen und anraten, nicht nur Lampen sondern auch gefüllte Ölkrüge auf den vor uns liegenden Lebensweg mitzunehmen.

    Ja Jesus, dass möchte ich heute zur Ehre Gottes tun.
    Hl. Schutzengel hilf

    Amen

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