Samstag, 24. August 2019

Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. (Lk 13,24)

 21 Sonntag im Jahreskreis

Evangelium                                                                                                Lk 13, 22–30

In jener Zeit
22zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem
von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf
und lehrte.
23Da fragte ihn einer:
Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen:
24Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen;
denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen,
aber es wird ihnen nicht gelingen.
25Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt
und ihr draußen steht,
an die Tür klopft
und ruft: Herr, mach uns auf!,
dann wird er euch antworten:
Ich weiß nicht, woher ihr seid.
26Dann werdet ihr anfangen zu sagen:
Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken
und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
27Er aber wird euch erwidern:
Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Weg von mir,
ihr habt alle Unrecht getan!
28Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein,
wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob
und alle Propheten im Reich Gottes sind,
ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
29Und sie werden von Osten und Westen
und von Norden und Süden kommen
und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
30Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein,
und da sind Erste, die werden Letzte sein.

 

Tagesimpuls:

 

Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.  (Lk 13,24)

Es ist nicht so, dass alle direkt in den Himmel kommen. Und wer genau direkt in den Himmel kommt, das können wir gar nicht sicher sagen, denn manche, die jetzt die ersten sind, werden dann die letzten sein, und umgekehrt. Das widerstrebt unserem modernen Denken. Wir denken, weil Gott uns liebt, müssten doch alle Menschen in den Himmel kommen. Und dass Gott uns liebt, das hat Jesus uns ja offenbart. Was wir dabei nicht bedenken, ist, dass wir von uns aus auch Voraussetzungen erfüllen müssen, um in den Himmel kommen zu können. Ein abgrundtief böser Mensch kann nicht einfach so in den Himmel kommen. Der Himmel ist ja gerade der Ort, wo das Böse ein Ende hat, wo alle erlöst sind davon. Also müssen wir vorher ganz erlöst sein, damit wir bereit sind für den Himmel.

 

Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.

 

Ich hoffe auf das Fegefeuer. Für viele Menschen, für die die Tür noch verschlossen ist, wenn sie sterben, wird es hoffentlich noch eine Reinigung geben, die ihnen dann letztlich doch noch ermöglicht, in den Himmel zu kommen. Ich kann mir vorstellen, dass Jesus das meint, wenn er von den „Letzten" spricht. Vielleicht will Jesus sagen: Einige kommen sofort hinein, andere erst als letztes, weil sie eben noch die Zeit der Reinigung brauchen. Wenn das so wäre, dann würde es bedeuten, dass viele, für die die Tür zunächst verschlossen ist, wenigstens später noch hineinkommen können.

 

Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.

 

Wir sehen, Gott ist voller Liebe, aber diese Liebe schließt auch seine Gerechtigkeit mit ein. Er führt uns Menschen durch einen Prozess der Sühne, der Reinigung und der Heilung – und dass alles mit Christus, in Christus und durch Christus. Wenn man zu Recht sagt, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, dann bedeutet das, dass wir mit Christus hineingenommen werden in diesen Weg, der durch Kreuz und Auferstehung zum ewigen Leben führt. Wir alle gehen durch das Kreuz zur Auferstehung. Und das Kreuz ist somit auch für uns der Weg der Sühne, der Reinigung und der Heiligung.

 

Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.

 

Laut der Lehre der Katholischen Kirche dürfen wir nicht behaupten, dass sicher alle Menschen in den Himmel kommen werden. Das würde unseren freien Willen außer Kraft setzen. Zumindest müssen wir grundsätzlich davon ausgehen, dass der Mensch die Möglichkeit hat, sich für immer gegen Gott zu verweigern. Aber ich finde, es muss uns nicht interessieren, wer vielleicht diesen Weg gegen Gott für immer gehen will. Was uns interessieren muss, ist, dass wir uns nach Kräften bemühen, in den Himmel zu kommen, und dass wir für alle Menschen beten, dass sie auch den Weg finden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für deine Heilspläne. Ich danke dir, dass du uns reinigst, damit wir für immer bei dir sein können, in vollkommenem Glück. Jesus, ich will das nicht für zu selbstverständlich nehmen. Ich weiß hundertprozentig, dass du uns total liebst, dass du alles für uns tust, dass du jedes Hindernis aus dem Weg nimmst, damit wir gerettet werden. Aber ich sehe auch, dass ich mich dazu auf einen Weg einlassen muss, den Weg der Sühne, der Reinigung und der Heilung. Jesus, ich will diesen Weg gehen, oder besser, ich will mich von dir mitnehmen lassen auf diesem Weg. Bitte hilf allen Menschen, diesen Weg zu finden und zu gehen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Herr, ich nehme DEIN WORT ernst!

    Es ist ein hart gesprochenes Wort, welches ich von DIR höre auf dem Weg zwischen Leben und Tod. Du selbst sprichst von "Rettung", obwohl noch dein Leidensweg vor DIR liegt. Der Weg nach Jeusalem, der Ölberg, Golgatha und die Auferstehung.
    Das Licht Deiner Auferstehung gibt mir Mut.
    Jesus, Du bist Herr....du der im Vater bist, weiß wer gerettet wird.

    DU gibst keine Antwort, sondern lenkst meinen Blick auf das Notwendigste
    "die Umkehr-meine Umkehr"!

    Hl.Schutzengel, hilf mir den "wahren Kampf - den Kampf der Umkehr" zu kämpfen.

    Hl. Erzengel Michael, mit Deinen Licht erleuchte mich / uns
    Hl. Erzengel Michael, mit Deinen Flügeln beschütze mich / uns
    Hl.Erzengel Michael, mit Deinem Schwerte verteidige mich / uns

    Amen

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