Montag, 18. März 2019

Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. (Lk 6,37)

02 Woche der Fastenzeit    

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 6,36-38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! 

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. 

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

 

Tagesimpuls:

 

Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.   (Lk 6,37)

 

Viele haben gelernt, ihr Gewissen zu erforschen auf der Grundlage der zehn Gebote. Das ist gut, aber man kommt damit auch an Grenzen. Vieles hat Jesus gesagt, was wir beachten müssen, was aber nicht so direkt aus dem Studium der zehn Gebote hervorgeht: z.B. der ganze Bereich der Unterlassungen („Ich habe ja nichts getan, ich habe ja keinen umgebracht"). Und dazu kommt der ganze Bereich der Sünden des Herzens. Im Schuldbekenntnis beten wir ja: „Ich habe gesündigt Gedanken, Worten und Werken". Die Sünden in Gedanken betont Jesus sehr stark in der Bergpredigt, in den zehn Geboten kommen sie eigentlich nicht vor.

 

Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. 

 

Verurteilen ist eine typische Sünde des Herzens. Oft hängt sie zusammen mit einer anderen Sünde des Herzens, nämlich dem Nicht-Vergeben-Können, der Unversöhnlichkeit. Die Unversöhnlichkeit spricht Jesus an im Zusammenhang mit dem Vater Unser. Er sieht das als sehr gravierend an. Fast könnte man sagen, in den Augen Jesu zählt das zu den größten Sünden, denn wenn wir nicht vergeben, kann unser himmlischer Vater uns nicht vergeben. Also müsste bei Jeder Beichtvorbereitung eigentlich ganz oben stehen: „Gibt es Unversöhnlichkeit in meinem Leben? Gibt es Menschen, die mir sehr weg getan haben, denen ich immer noch nicht verzeihen kann?"

 

Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. 

 

Statt zu verzeihen, verurteilen wir diese Menschen. Wir fühlen uns besser als sie. Wir schauen auf sie herab. Wir wollen mit ihnen nichts zu tun haben. All das sind Sünden des Herzens. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich negativ über Menschen urteile, und dann werde ich eines Besseren belehrt, dann ist mein Urteil falsch. Da hatte ich schon wieder schlecht gedacht über eine Person, und dann muss ich feststellen, dass ich mich geirrt habe. So überführt mich Gott, damit ich erkenne, wie viel negatives Denken noch in mir steckt. Von all dem will Jesus mich befreien. Ich soll gar nicht über Menschen urteilen, das kommt nur Gott zu. Ich dagegen soll alle Menschen mit dem Blick der Liebe anschauen.

 

Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. 

 

Achten wir heute auf unser Herz und unsere Gedanken. Und bei der nächsten Beichtvorbereitung könnten wir uns vornehmen, besonders auf die Sünden des Herzens zu achten.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns im Evangelium auf die Reinheit des Herzens hinweist. Du willst uns das reine Herz schenken. Danke, Heiliger Geist, dass du uns immer wieder überführst, und dass du uns hilfst, ein ganz reines Herz zu bekommen. Bitte lenke heute meine Gedanken, damit ich ganz von dir geleitet werde. Hilf mir, den negativen Gedanken sofort zu widersagen, sobald ich sie erkenne.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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