Samstag, 30. März 2019

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. (Lk 15,28)

04 Sonntag der Fastenzeit

 

EVANGELIUM

Lk 15, 1-3.11-32

 

In jener Zeit

1kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.

2Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.

3Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:

11Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne.

12Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.

13Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

14Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.

15Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.

16Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

17Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.

18Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.

19Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

20Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

21Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

22Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.

23Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.

24Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

25Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.

26Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.

27Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.

28Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.

29Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.

30Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

31Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.

32Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.  (Lk 15,28)

 

Der Vater liebt beide Söhne. Und beide Söhne machen es ihm schwer. Der eine läuft weg, und der andere ist innerlich weg. Derjenige, der äußerlich rebelliert und weggelaufen ist, ist wenigstens zurückgekommen, und dann können sie gemeinsam feiern, die Freude teilen. Aber derjenige, der innerlich weg ist, hat es viel schwerer, umzukehren. Ihm ist ja nicht klar, dass er auch weg ist. Er denkt ja, bei ihm wäre alles in Ordnung. Aber sein Herz ist voll von Bitterkeit und Neid.

 

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.

 

Er hat keine Liebe zu seinem Vater, alles macht er nur aus Pflicht. „Irgendjemand muss es ja tun, damit es weitergeht", sagt er sich. Er spürt innerlich dieses Verantwortungsgefühl, aber leider hat er die Liebe zum Vater noch nicht kennengelernt. Viele Menschen in der Kirche sind so. Sie beklagen sich über den Priestermangel und dass sie als Ehrenamtliche immer mehr tun „müssen". Sie sagen: „Den Ehrenamtlichen wird von der Kirche immer mehr aufgebürdet", und dabei fordern sie die Aufhebung des Zölibats. Und wenn sie schon so viel tun „müssen", dann sollte die Kirche sie mit mehr Macht und Befugnissen ausstatten, und ihre Arbeit mehr honorieren. Der Vater redet ihnen gut zu, aber sie lassen sich nicht versöhnen. Sie bleiben voll von Bitterkeit.

 

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.

 

Was kann man tun, um allen Menschen, auch den Verbitterten, die Erfahrung der Liebe Gottes zu ermöglichen? Was tut der Vater? Er redet ihm gut zu. Kann er mehr tun? Letztlich ist der Vater im Gleichnis Jesu ziemlich hilflos. Er muss auf beide warten. Wie lange hat er auf den weggelaufenen Sohn gewartet? Und wie lange muss er vielleicht noch auf den anderen warten, bis sein Herz wirklich zu ihm zurückfindet? Wir können diese Entscheidung für die Liebe nicht erzwingen. Jesus erzählt uns allen das Gleichnis, weil er die hartherzigen Menschen erwärmen will. Mehr können wir auch nicht tun.

 

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.

 

Achten wir darauf, dass unsere Herzen nicht hart werden, dass wir immer in der Liebe zum Vater bleiben, nicht alles nur aus Pflichtgefühl oder Routine tun, sondern immer wieder aus Liebe! Und achten wir darauf, dass die Liebe zu den Menschen, besonders zu den Verlorenen, in uns immer lebendig bleibt! Wir dürfen uns nie über andere erheben. Sondern freuen wir uns mit jedem und für jeden, der zurückfindet zu Gott.

 

Gebet:

Jesus, ich bete darum, dass wir immer demütig bleiben, uns nicht über unsere Geschwister erheben, besonders nicht über die Armen und Kleinen. Hilf uns, immer wieder die Erfahrung deiner Liebe zu machen. Hilf uns, diese Erfahrung an andere weiterzuschenken so gut es geht. Lass auch viele Menschen, die ehrenamtlich in unseren Gemeinden tätig sind, die Erfahrung deiner Liebe machen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, genau zur "Halbzeit" der Fastenzeit... sprichst DU mich an, und sagst; mein Kind, noch ist es Zeit, überdenke in allen Situationen deines Lebens ... deinen eigenen Willen! Hast du den Weg der Umkehr gefunden, den Weg zurück zum Vater ? Denn ! Nur wenn du "umkehrst" wird mein Wille zu deinem Willen... doch bedenke; es ist dann "niemehr" dein eigener Wille.

    Amen

    Ja! Jesus ich vertraue auf dich..

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