Donnerstag, 28. März 2019

Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. (Lk 11,14)

03 Woche der Fastenzeit     Donnerstag

 

EVANGELIUM

Lk 11, 14-23

 

In jener Zeit

14trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.

15Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

16Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

17Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.

18Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.

19Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.

20Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

21Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;

22wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

23Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

 

 

Tagesimpuls:

 

Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden.  (Lk 11,14)

 

Beim Lesen dieses Evangeliums vom Dämon der Stummheit kommen mir Assoziationen. Ich glaube, wie alle, die mich kennen, gut wissen, sehr stark an körperliche Heilungen. Aber bei diesem Evangelium fallen mir Menschen ein, die sich nicht trauen, zu reden. Es gibt so viele Menschen, die sagen, sie könnten nicht vor einer großen Menschenmenge reden. Das bekomme ich immer wieder gesagt, wenn ich auf der Suche nach Lektoren für die Kirche bin. Ich denke aber auch an Situationen, wo ich mich selber nicht traue, meinen Mund aufzumachen. Ich denke an Situationen, wo man einfach sprachlos ist. Mir fällt ein Beispiel ein, wo wir damals in Köln beim Weltjugendtag mit ein paar Amerikanern in der Stadt unterwegs waren. Die Amerikaner machten freimütig Werbung für ein Life Teen Event, was am Nachmittag anstand. Sie sprachen einfach die Leute an, schwärmten ihnen vor, was für ein tolles Konzert sie nachher geben würden. Mir selber war das unheimlich, ich fühlte mich nicht so frei, ich konnte nicht auf offener Straße so wie die Amerikaner dafür werben, ich fühlte mich irgendwie verklemmt.

 

Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden.

 

Aber dann gibt es Momente, da sprudelt es einfach nur so aus mir heraus. Zum Beispiel wenn wir uns mit Erwachsenen treffen, die auf die Taufe vorbereitet werden wollen, dann mache ich meinen Mund auf, und sofort spürt man das Wirken des Heiligen Geistes. Ich muss gar nicht überlegen, über welches Thema ich sprechen will. Gott wirkt einfach durch mich, durch meine Worte. Daher nun meine Vermutung: Ist es nicht oft ein stummer Geist, der uns am Reden hindert, ganz besonders am Zeugnis-Geben für Jesus?

 

Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden.

 

Manchmal scheint es einfach nicht zu gehen. In solchen Situationen können wir uns ja vornehmen, einmal Autorität auszuüben über den stummen Geist. „Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war", heißt es so einfach im Evangelium. Wenn ich dann sage: „Im Namen Jesu gebiete ich dir, mich und diesen Raum zu verlassen, du stummer Geist!", dann müsste er doch weichen. Vielleicht gelingt es, vielleicht können wir das Eis brechen, den Bann brechen, der irgendwie auf uns liegt. Möge Gott uns allen eine große Freiheit schenken, von Jesus Zeugnis zu geben.

 

Gebet:

Jesus, ich denke, dass es oft Dämonen der Stummheit sind, die uns daran hindern wollen, zu reden. Hilf uns, Herr über diese lebensfeindlichen Kräfte zu werden. Du willst, dass wir reden können, dass wir uns äußern, dass wir uns schenken. Du willst, dass sich deine Frohe Botschaft ausbreiten kann durch Boten, die frei und heil sind.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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1 Kommentar:

  1. Jesus,   im Kern DEINER heutigen Lehre geht es für mich, um die Auseinandersetzung über
    Beelzebul - den Teufel - den Satan.

    Jesus, lehre mich mehr und mehr die Gebote des Vaters zu halten, und stärke mich durch die Kraft des Heiligen Geistes.

    Jesus, ich bitte dich um die Gnade des Heiligen Geistes, damit ich aus dem Glauben lerne, richtig zu deuten...zu unterscheiden und richtig zu erkennen. Amen

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