Dienstag, 10. April 2018

Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren i


02 Osterwoche  Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 3,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.
Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?
Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Tagesimpuls:

Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. (Joh 3,8)

So wie Jesus das Leben aus dem Geist hier beschreibt, klingt es ein wenig geheimnisvoll. Es klingt so, als würden die Menschen, die aus dem Geist geboren sind, irgendwie unberechenbar sein. Da geschehen Dinge, die man nicht ganz versteht. Und wenn ich ehrlich bin, verstehe ich es auch nicht ganz, was Jesus hier meint. Es treibt mich schon lange um, und ich weiß nicht, ob ich selber etwas falsch mache, ob ich noch zu „irdisch" lebe, ob ich schon wirklich aus dem Heiligen Geist geboren bin.

Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Einerseits bin ich mir ganz sicher, dass ich aus dem Heiligen Geist geboren bin. Ich kann sogar ein ganz genaues Datum angeben, wo das Leben aus dem Heiligen Geist in mir in ganz intensiver Weise begonnen hat. Andererseits erkenne ich einen Prozess in mir. Das Leben aus dem Heiligen Geist entwickelt sich, es durchdringt mich immer tiefer. Und wenn Jesus jetzt sagt: „du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht", dann frage ich mich, ob bei mir vielleicht alles zu sehr geplant ist. Ich fühle mich fast immer überfordert. Ich finde, dass ich sehr viel zu tun habe, möchte auch alles gut machen, versuche, sehr gut zu planen. Aber genau mit diesem Planen komme ich nicht weiter, mein Kalender ist einfach voll, und gleichzeitig kommen immer mehr Dinge auf mich zu. Und wenn ich dann Jesus so reden höre, dann frage ich mich: Sollte ich vielleicht einfach viel weniger planen, mich mehr dem – unberechenbaren?! – Wirken des Heiligen Geistes anvertrauen? Aber dann denke ich daran, dass den Charismatikern immer vorgeworfen wird, dass sie unzuverlässig sind, und ich selber ärgere mich auch über Menschen, die sich nicht an Vereinbarungen halten können. Und ich frage mich: Ist das wirklich, was der Heilige Geist von mir will? Einfach alles kommen lassen, alles laufen lassen?

Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Ich glaube schon, dass es in die Richtung geht, dass ich mehr loslassen soll, vielleicht weniger planen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich unzuverlässig werden soll, unberechenbar, nur noch im Augenblick das machen, was gerade auf mich zukommt oder an mich herangetragen wird. Ich werde den Heiligen Geist fragen. Und ich verspreche ihm, dass ich bereit bin, loszulassen von meinen Vorstellungen und das zu tun, so zu leben, wie er es will. Schließlich kann ich sagen, dass ich eine große Sehnsucht nach seinem geheimnisvollen Wirken habe. Ich will, dass Gott mehr Raum bekommt in meinem Leben. Und wenn das heißt, dass ich menschliches Planen zurückstellen muss, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie das gehen wird, dann will ich dazu bereit sein.

Gebet:
Heiliger Geist, heute wirft das Evangelium in mir viele Fragen auf. Ich will heute dich um Antworten bitten. Ich will, dass du Raum bekommst in meinem Leben, mehr Raum als bisher. Mit meinem eigenen Planen komme ich an Grenzen. Irgendwie geht es auf diese Weise nicht weiter. Daher will ich mich mehr dir überlassen, auch wenn ich nicht sehen kann, wie das gehen soll. Ich bitte dich um Antworten, dass du das Ruder übernimmst, und dass ich schon bald klarer sehen werde, wie du mein Leben ordnen willst.


Pastor Roland Bohnen 










Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019

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