Samstag, 10. März 2018

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. (Joh 3,14f)

04 Fastensonntag

 

EVANGELIUM

Joh 3, 14-21

 

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:

14Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,

15damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

16Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

19Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.

20Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.

21Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.  (Joh 3,14f)

 

Die Israeliten sollten auf die Bronzeschlange schauen, die Mose an einem Pfahl aufgehängt hatte, dann wurden sie gerettet von einer tödlichen Krankheit. Wer auf die Bronzeschlange geschaut hatte, wurde geheilt. Das ist eine erstaunliche Art von Heilung, für die es meines Wissens nach kaum eine Parallele gibt, Heilung durch Schauen! Du schaust etwas an, und dann wirst du gesund! Man könnte noch weiter darüber nachdenken. Gibt es Parallelen dazu ein unserem Leben? Hat vielleicht das Schauen einer schönen Landschaft, das Schauen schöner Bilder heilsame Auswirkungen auf unser Leben? Aber dieser Gedanke ist nur eine Nebenspur. Die Hauptspur führt zu der Parallele, die wir alle kennen, sie führt zu Jesus am Kreuz. Wir sollen auf Jesus am Kreuz schauen, dann werden wir geheilt!

 

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

 

Jesus ist am Kreuz erhöht worden, um alle unsere Sünden auf sich zu nehmen und zu sühnen. Unsere Aufgabe bleibt, ihm unsere Sünden zu bringen, sie zu ihm ans Kreuz zu bringen. Aber mehr noch, allein, wenn wir Jesus anschauen, wenn wir ihn betrachten, dann werden wir schon geheilt. Das Betrachten kann auf verschiedene Weise geschehen. Wir können uns vor ein Kreuz setzen oder knien und einfach darauf schauen. Wir können auch innerlich Jesus betrachten, z.B. indem wir den schmerzhaften Rosenkranz beten oder den Kreuzweg. Es gibt auch Schriften von Mystikern wie z.B. die Stundenuhr von Luisa Piccarreta, die uns den leidenden und gekreuzigten Jesus sehr gut vor Augen stellen. So kann uns das Betrachten des leidenden Jesus auf vielfache Weise Heil und ewiges Leben schenken.

 

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

 

Interessant ist, dass hier nicht körperliche Heilung, sondern ewiges Leben versprochen wird. Das ewige Leben schließt ganz sicher das körperliche Heil-Sein mit ein. Aber in dem Begriff „ewiges Leben" schwingt auch die Spannung mit, dass es sich eben in der Ewigkeit erst vollenden wird, während wir hier noch auf dem Weg sind. Festzuhalten ist aber: Es beginnt schon hier für den, der an Jesus glaubt, der sich an ihn festklammert, der auf ihn vertraut.

 

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

 

Die heutige Tagesaufgabe ist damit klar: Betrachten wir den gekreuzigten Jesus! Suchen wir eine Gelegenheit, den Kreuzweg zu beten oder auf irgendeine andere Art Jesus am Kreuz anzuschauen. Wir begegnen ihm auch in den leidenden Menschen. Die Liebe zu den Menschen, die leiden, kann eine besonders intensive Weise sein, dem Gekreuzigten zu begegnen.

 

Gebet:

Jesus, du hast uns das Kreuz geschenkt als unser Heilmittel. Wir dürfen dich immer anschauen, wie du aus Liebe für uns leidest. Jesus, ich tue das zu wenig. Ich ziehe vor, dich in deiner Auferstehung zu betrachten. Aber heute legst du mir ans Herz, dich am Kreuz zu betrachten, auf dein Kreuz zu schauen. Dort nimmst du alle Sünden weg, dort schenkst du uns das Heil. Lass mich auch erkennen, wo leidende Menschen dich brauchen, damit ich dir auch in ihnen begegnen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

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