Freitag, 23. März 2018

Viele kamen dort zum Glauben an ihn. (Joh 10,42)


05 Woche der Fastenzeit     Freitag          

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,31-42.
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen.
Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?
Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.
Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?
Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann,
dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.
Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff.
Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er.
Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr.
Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Tagesimpuls:

Viele kamen dort zum Glauben an ihn.  (Joh 10,42)

Je mehr Jesus unter Druck ist, umso mehr kommen die Menschen zum Glauben an ihn. Das ist ein Paradox, das wir bis heute erleben. Die Verfolgung der Christen bewirkt, dass sehr viele zum Glauben kommen, und dass der Glaube sehr intensiv wird. Sogar die chinesischen Christen sagen: Seit die Verfolgung nachgelassen hat, wäre der Glauben lauer geworden bei ihnen. Wobei man immer noch sagen muss, dass der Glaube dort hundertmal intensiver ist als bei uns. Aber die Menschen erinnern sich: Zu Zeiten der Verfolgung war es viel mehr und viel tiefer.

Viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Ich meine, wir dürften uns keine Verfolgung wünschen. Verfolgung kommt vom Teufel. Aber wenn die Verfolgung tief gläubige Christen trifft, dann wird der Teufel an dieser Stelle herausgeworfen, wie Jesus es gesagt hat. Man könnte sagen: Der Teufel schießt sich da ein Eigentor. Aber wie gesagt, wir können uns keine Verfolgung wünschen. Trotzdem machen wir aber die Erfahrung: Auch wir stehen oft unter Druck. Es gibt vor allem innerkirchlich Menschen, die unsere Meinung, unseren Weg nicht teilen. Und es kann durchaus sein, dass diese Menschen uns und damit auch der Glaubenserneuerung, um die wir uns bemühen, Knüppel in den Weg legen. Es gibt natürlich auch Druck von außen. Menschen, die ausdrücklich nicht Christen sind, wollen verhindern, dass wir im Sinne des Christlichen Einfluss nehmen. Z.B. habe ich schon mal gehört, dass eine Ordensschwester keinen Religionsunterricht mehr geben durfte, weil sich die Eltern (und vielleicht auch andere Lehrer) darüber beschwert haben, dass sie unter anderem auch vom Teufel gesprochen hatte. Das wäre den Kindern nicht zuzumuten, dass man in der heutigen Zeit noch so spricht. Druck gibt es also für uns Christen immer wieder. Aber die wichtige Botschaft heute: Wenn wir unter Druck stehen, dann wächst der Glaube, dann kommen viele zum Glauben.

Viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Trösten wir uns also immer damit! So wenig wie jemand von uns den Druck liebt, so wenig, wie wir ihn wollen, wenn er kommt, dass dürfen wir wissen: genau das fördert jetzt das Wachsen des Glaubens. Und für uns ist der Druck eine (willkommene) Gelegenheit zu einem authentischen Glaubenszeugnis. Das echte christliche Glaubenszeugnis schließt nämlich die Feindesliebe, das Verzeihen gegenüber den Feinden, ein. Und das können wir üben, wenn Menschen uns unter Druck setzen. Für uns ist es eine Bewährungsprobe, ob es uns gelingt, als Christen unsere Gegner zu lieben. Machen wir uns klar: Wenn wir dann in Hass, Schimpfen, schlechtes Reden usw. verfallen, dann ist unser Zeugnis als Christen noch sehr schwach geblieben. Wenn wir aber unsere Feinde lieben, dann werden viele zum Glauben kommen, daran müssen wir einfach glauben.

Gebet:
Jesus, ich wünsche mir keinen Druck, ich wünsche mir keine Auseinandersetzungen. Mir fällt es auch schwer, meine Feinde zu lieben, ich ärgere mich erst mal über Menschen, die mir Knüppel zwischen die Beine werfen. Aber hilf mir, so zu handeln wir du! Hilf mir, auch meine Feinde zu lieben. Hilf mir, fest darauf zu vertrauen, dass wenn andere mir Schwierigkeiten machen, dass genau das dazu führen kann, dass der Glaube wächst.


Pastor Roland Bohnen 










Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019

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