Samstag, 31. März 2018

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war. (Mk 16,5)


Die Feier der Osternacht

EVANGELIUM
Mk 16, 1-7

1Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.
2Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.
3Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang wegwälzen?
4Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.
5Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.
6Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.
7Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.


Tagesimpuls:

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war.  (Mk 16,5)

Die Frauen begegnen noch nicht Jesus selber, sondern „nur" einem Engel. Wobei die Begegnung mit einem Engel auch etwas sehr Großes ist. Immer wieder zeigt die Erfahrung, dass die Engel uns Menschen vorbereiten auf außerordentliche Gotteserfahrungen. Ein wenig ist es so, wie wenn eine prominente Person kommt. Sie tritt nicht einfach auf, sondern wird angesagt. Die Engel sagen die Gotteserscheinung an. In unserer rationalen Welt sind mystische Erfahrungen selten geworden, vor allem leider auch in kirchlichen Bereichen. Die Verkündigung des Glaubens ist so rational geworden, und spricht dadurch die Herzen der Menschen immer weniger an. Zum Glück erlebe ich aber auch das Gegenteil. Es gibt sie, die Menschen, die Engel schon gesehen haben, die von Erfahrungen mit Engeln berichten können.

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war.

Hier erscheint der Engel wie ein junger Mann. Es wird nicht einmal gesagt, dass es ein Engel ist. Dies entspricht auch einer Art von Wahrnehmung, die mir schon von Menschen berichtet wurde. Sie sahen nicht direkt einen Engel, sondern eine Person, die plötzlich auftauchte an ihrer Seite, und zunächst erkennt man sie auch nicht als Engel. Sie verschwinden auch plötzlich wieder, und dann ist man sich einer besonderen Erhabenheit bewusst, man erkennt, das war kein normaler Mensch, das war ein Eingreifen Gottes in mein Leben, es war eine Begegnung mit einem Engel. So wurde es mir schon mehrmals unabhängig voneinander von Menschen erzählt.

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war.

Wir können das Übernatürliche nicht machen, wir können es nur ersehnen. Aber wenn das Zentrale in unserem christlichen Glauben die persönliche Beziehung zu Jesus ist, dann wäre es wünschenswert, wenn alle Christen übernatürliche Erfahrungen mit dieser Person Jesus Christus machen würden, wenigstens ab und zu in ihrem Leben. Wir brauchen diese Beziehung, die sich tief einprägt in unser Herz. Und ich erlebe es, dass es den Menschen geschenkt wird, die Sehnsucht danach haben. Die Frauen stehen früh auf, um zum Grab zu gehen. Sie lieben Jesus, sie wollen an ihm ein damals übliches Trauerritual vollziehen. Dieser liebenden Sehnsucht wird die übernatürliche Erfahrung geschenkt. Dem zweifelnden Thomas dagegen wird diese Erfahrung erst später geschenkt. Ich möchte so weit gehen und sagen: Ostern heißt, dem Auferstandenen Jesus begegnen, oder eine Sehnsucht haben nach dieser Begegnung. Sich nicht zufrieden geben mit einem rationalen Christentum, dass die übernatürliche Erfahrung ausschließt oder geringschätzt. Unser Glaube muss mehr sein als nur Tradition und Form. Er muss geprägt sein von einer echten, tiefen Mystik.

Gebet:
Jesus, ich danke dir für das Wirken der Engel, für dein übernatürliches Wirken, für das Wirken des Heiligen Geistes. Ich danke dir für alle Menschen, die schon von übernatürlichen Erfahrungen berichten, die ich kennengelernt habe. Ich bitte dich, dass unsere Kirche voll wird von Glaubenserfahrungen. Lass unsere Traditionen und Formen bereichert werden, gefüllt werden von echten Erfahrungen mit dir, dem Auferstandenen.


Pastor Roland Bohnen 









Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019

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