Freitag, 30. März 2018

Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. (Joh 19,34)


Karfreitag

PASSION
Joh 18, 1 - 19, 42


Tagesimpuls:

Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.  (Joh 19,34)

Blut und Wasser werden oft gedeutet als Zeichen für die Sakramente, die Jesus uns durch seinen Tod am Kreuz geschenkt hat: Das Wasser der Taufe, und das Blut, das wir in der Eucharistie empfangen. Durch die Sakramente erhalten wir Anteil an seinem Erlösungswerk, durch die Sakramente vereinigen wir uns mit Jesus. Und nur dann können wir von seinem Erlösungswerk profitieren. „Ohne mich könnt ihr nichts tun", sagt Jesus (Joh 15,5). Wir brauchen die Verbundenheit mit ihm, mit seinem Leiden, mit seiner Auferstehung. Jesus hat sein Blut vergossen, damit wir es empfangen – in der Eucharistie. Wenn wir es dann doch nicht empfangen, dann fehlt uns etwas. Das Wasser floss aus seiner Seitenwunde, damit wir durch die Taufe gereinigt werden können. Wenn wir meinen, wir könnten auch ohne die Sakramente „gute Christen" sein, wie viele immer wieder sagen, dann fehlt uns aber etwas. Jesus schenkt uns die Mittel, wie wir mit ihm verbunden sein können und sollen; wir sollen diese Mittel anwenden und nicht Nein dazu sagen.

Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.

Das Wasser und das Blut reinigen uns von unseren Sünden. Wenn wir die Passion betrachten, dann können wir nicht anders, als sagen: „Herr, ich bin nicht würdig." Mir geht es jedenfalls so. Angesichts der Liebe und der Reinheit Jesu, wie er als Unschuldiger stirbt und allen verzeiht, spüre ich, ja erlebe ich meine Unreinheit, mein Entfernt-Sein von ihm, von seiner Liebe mehr als deutlich. Mich spricht das Testament von Kardinal Lehman an, in dem er erklärt, dass er in seinem Leben sehr im Weltlichen verstrickt war, und angesichts des Todes alle um Verzeihung bittet. Und angesichts der Passion Christi frage ich mich: Bin ich nicht auch sehr im Weltlichen verstrickt, bin ich nicht auch noch so weit entfernt von dieser Reinheit, die ich hier bei Jesus erlebe? Und genau das will Jesus! Wir sollen zur Erkenntnis unserer Sünden kommen und sie ans Kreuz bringen. Dann ist Jesus nicht umsonst gestorben, dann kann das Blut Jesu mich reinigen von meinen Sünden, und dann kann ich wieder tiefer mit dieser Liebe verbunden sein.

Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.

Empfangen wir also heute sein Blut aus seiner Seitenwunde! Jesus ist froh, wenn wir mit unseren Sünden und Schwächen zu ihm kommen. Dann sieht er: Mein Leiden und Sterben war nicht vergeblich; die Menschen empfangen mein Blut, sie werden gereinigt und geheiligt. Dann kommt seine Liebe ins Fließen!

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du dein Blut vergossen hast, damit wir rein gewaschen werden von unseren Sünden. Ich will die Sakramente der Vereinigung mit dir annehmen: die Beichte, die Eucharistie. Ja, ich will mich immer wieder mit dir vereinigen. Meine Sünden sollen mich nicht hindern. Lass heute große Gnaden der Umkehr und der Reinigung fließen, für mich, aber auch für viele Menschen!


Pastor Roland Bohnen 

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