Samstag, 20. Januar 2018

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. (Mk 1,17)

03 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM 

Mk  1, 14-20

 

14Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes

15und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

16Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer.

17Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

18Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

19Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.

20Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

 

 

Tagesimpuls:

 

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.  (Mk 1,17)

 

Manchmal erzählen mir Menschen, dass sie ihren Beruf langweilig finden, dass die Arbeit sie nicht mit Sinn erfüllt. Andere Menschen leiden unter ihrer Krankheit, und sie sehen dieses Leiden als sinnlos an. Manchmal wollen Menschen heraus aus ihrem Schicksal. Man könnte vermuten, dass die ersten Jünger Glück hatten, denn Jesus hat sie herausgeholt aus ihrem normalen Leben und hat ihnen eine neue Aufgabe gegeben. Man könnte auf die Idee kommen, dass eine Arbeit im kirchlichen Dienst die Lösung wäre. Wenn man für die Kirche arbeiten würde, z.B. als Pastoralreferentin oder als Missionar in ein fernes Land gehen würde im Auftrag von Jesus, dann wäre es besser.

 

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

 

Es kann tatsächlich sein, dass Jesus einen Menschen beruft, etwas ganz Neues anzufangen. Aber wenn einer weglaufen will aus seiner Situation, ist das keine gute Grundlage für eine echte Berufung. Im Gegenteil, viele echte Berufungen, die ich kennen gelernt habe, geschehen so, dass Menschen in einer sehr glücklichen Lebenssituation waren, und dann aber von Gott da herausgerufen wurden. Z.B. hatte jemand gerade einen Vertrag erhalten und eine große Karriere winkte ihm, und dann hat diese Person alles verlassen und ging in ein Kloster.

 

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

 

Aber Jesus ruft nicht nur in der Form, dass er Menschen in eine neue Lebenssituation sendet. Die meines Erachtens nach weitaus häufigste Form der Berufung besteht darin, dass Jesus Menschen in ihrer Lebenssituation einen neuen Sinn, ein neues Ziel gibt. Demjenigen, der seinen Beruf langweilig findet, sagt Jesus vielleicht: „Darum geht es doch gar nicht. Siehst du denn nicht, aus welchem Grund ich dich an diesen Platz gestellt habe? Es geht doch um die Menschen, die du dort für mich erreichen sollst. Es geht um die Liebe, die du genau in diese Arbeitsstelle hineinbringst. Du sollst Menschenfischer sein. Die Art der Arbeit ist gar nicht das Entscheidende." Und dem Kranken, der sein Leiden sinnlos findet, sagt Jesus dasselbe: „Du sollst Menschfischer sein. Du weißt gar nicht, wie viele Menschen du für mich erreichst, indem du diese Krankheit jetzt in Liebe und Geduld erträgst. An dir offenbart sich gerade meine Herrlichkeit (vgl. Joh 9,3). Deine Krankheit wird dazu führen, dass Menschen sich zu mir bekehren und dass viel Liebe in die Welt geschenkt wird. Bitte sei Menschfischer für mich!"

 

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

 

Wir sehen, Jesus hat Ziele mit unserem Leben, er hat Ziele für uns. Er gibt jedem Menschen einen Lebenssinn, für den es sich lohnt zu leben. Wir brauchen solche Ziele, wir brauchen so ein gewisses Sendungsbewusstsein, eine Mission, sonst wird unser Leben fade und sinnlos. Danken wir Jesus, dass er uns diese Mission gibt: Menschenfischer zu sein!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du unserem Leben einen Sinn gibst. Wir sollen Menschen für dich gewinnen. Bitte lass uns diesen Sinn erkennen, auch wenn oberflächlich betrachtet unsere Lebenssituation nicht so optimal ist. Zeige uns immer, wohin du uns berufst, ob wir etwas ändern sollen, oder ob wir in der Lage, in der wir uns jetzt befinden, für dich Menschenfischer sein sollen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen