Samstag, 27. Januar 2018

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. (Mk 1,26)

 04 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM 

Mk 1, 21-28

 

21In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.

22Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

23In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:

24Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

25Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

26Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

27Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.

28Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

 

 

Tagesimpuls:

 

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.  (Mk 1,26)

 

Warum lässt Jesus dieses laute Geschrei zu? Wenn das heute passieren würde in einem Gottesdienst, dann würden sich die Menschen den Mund zerreißen mit Kritik. Man würde sagen: „Das ist eine Sekte, damit wollen wir nichts zu tun haben." Für Pastöre ist es ein Problem, wenn es in Gottesdiensten irgendwie chaotisch zugeht, eben weil dann immer sehr negativ darüber gesprochen wird von den Menschen, die das nicht kennen und nicht verstehen. Daher die berechtigte Frage: Könnte Jesus das nicht irgendwie mehr in Ruhe machen, dass sich keine Anstoß erregenden Manifestationen ereignen?

 

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

 

Ich glaube, er könnte es, und sehr oft tut er es ja auch ganz in Stille. Aber andererseits ist es auch wichtig, dass wir die Manifestationen wenigstens ab und zu mal erleben, damit wir erkennen, dass es diese Wirklichkeit der bösen Geister auch wirklich gibt. Ich glaube, er will, dass wir sehen, welche massiven paranormalen Kräfte da am Werk sind, die uns Menschen gebunden halten. Am besten ist es daher, wenn wir Jesus freie Hand lassen. Er soll so wirken und handeln, wie er es in dem jeweiligen Moment für richtig hält. Manchmal betet man mit einer Person, und man spürt gar nichts, weder der Beter noch die Person. Trotzdem soll man daran glauben, dass in diesem Moment Gottes heilende und befreiende Segensströme in vollem Maße fließen. Und manchmal spürt man, wie eine Energie kraftvoll wirkt, oder man erlebt eben diese Art von Manifestationen, wie sie hier im Evangelium beschrieben werden. Das Gebet ist immer gut, es ist immer richtig, und wie man Gottes Handeln wahrnimmt oder nicht, das ist ganz und allein Gottes Angelegenheit. Für uns ist es immer gut, so wie es ist.

 

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.

 

Und wenn manche Menschen sich dann den Mund zerreißen, weil sie so etwas noch nie erlebt haben, dann legen wir auch das in Gottes Hände. Auch das ist in seinem Plan, auch da hat Jesus etwas vor. Dadurch ergeben sich für uns gute Gelegenheiten, diesen fragenden Menschen Gottes Wirken genauer zu erklären. Manche aber werden keine Erklärungen hören oder annehmen wollen, sie wollen sich nur in ihren negativen Vorurteilen bestätigen. Auch das legen wir in die Hände Gottes. Vielleicht wirkt er tief in ihrer Seele, während sie sich ärgern, und irgendwann bringt auch das seine Früchte.

 

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns von den bösen Geistern befreist. Du machst es auf sehr unterschiedliche Weise, manchmal mit viel Getöse, manchmal ganz still. Jesus, bitte befreie uns, befreie mich von allem, wo ich noch gebunden bin. Jesus, wie du es machst, lege ich ganz in deine Hände. Und segne die Menschen, die sich an deinem Wirken ärgern, lass es auch in ihnen Frucht bringen zu der Zeit, die du bestimmt hast.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

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