Dienstag, 23. Januar 2018

Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. (Mk 3,34)

03 Woche im Jahreskreis – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 3,31-35.

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen.
Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

Tagesimpuls:

 

 Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.  (Mk 3,34)

 

Jesus irritiert seine Familie. Er gründet eine neue Familie – mit uns. Für uns ist das schön. Wir werden aufgenommen in eine Gemeinschaft, in der er der Mittelpunkt ist. Und viele Menschen haben diese Gemeinschaft als wunderbar erlebt. Vor allem die, die in der natürlichen Gemeinschaft viel Ablehnung erfahren, die erleben in der Gemeinschaft um Jesus Christus eine Annahme, die sie bisher nicht gekannt haben. Daher fühlen sie sich sehr wohl in dieser Gemeinschaft, und sie fühlen sich fest verbunden.

 

 Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.

 

Die Gemeinschaft, die Jesus bildet, ist wie eine Familie. Man kann mit Menschen zusammenkommen, die man vorher noch nie gesehen hat, man tauscht sich aus, uns sofort ist ein Vertrauen da, was man natürlich nicht erklären kann. Durch Jesus entstehen übernatürliche Seelenbindungen, wie sie sonst nur in der Familie zu finden sind. Wo wahre christliche Brüderlichkeit (Geschwisterlichkeit) herrscht, da kann man vertrauen, sogar schon dann, wenn man die Geschwister noch gar nicht lange kennt.

 

 Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.

 

In dieser Gemeinschaft ist Jesus gegenwärtig. Man soll das nicht unterschätzen. Immer wieder suchen Menschen nach besonderer seelsorglicher Betreuung. Nicht immer ist das leistbar. Viele Menschen sind auch in psychologischer Behandlung. Dabei gibt es auch viele Engpässe, man hat lange Wartezeiten. Und dann hat der Therapeut nur 45 Minuten Zeit. Die Not der Menschen ist meistens gar kein psychisches Problem. Was die Menschen brauchen, ist geschwisterliche Gemeinschaft. Daher müssten unsere Gemeinden strukturiert werden in Kleingruppen, in denen die Menschen diese Gemeinschaft finden können. Aber die Menschen in Not müssen sich auch sagen lassen, dass der Weg der Heilung nicht in unzähligen Seelsorgegesprächen mit einem Priester besteht, sondern darin, dass sie verbindlich an einer Gemeinschaft teilnehmen, dass sie in die heilende Gemeinschaft mit Jesus eintauchen und ganz normal dabei sind, ohne Extrabehandlung. In der Kirche finden wir Heilung für unsere Seele, da finden wir alles, was wir brauchen.

 

Gebet:

Jesus, du hast eine neue Familie gegründet, und wir dürfen Teil davon sein. In deiner Familie finden wir Heilung und alles, was wir brauchen. Hilf uns, unsere Kirche in kleinen Gemeinschaften zu strukturieren, damit wir als ein Netzwerk alle Menschen auffangen können, besonders die in Not.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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