Donnerstag, 21. Dezember 2017

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. (Lk 1,39)

21 Dezember

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,39-45.

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

Tagesimpuls:

 

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.  (Lk 1,39)

 

Es ist wunderbar, dass die beiden gläubigen Frauen zusammen kommen. Sie spüren gleich die Einheit im Heiligen Geist, sie werden vom Geist berührt, sie erfahren Freude. Sie können einander Stütze und Trost sein im Glauben. Sie beten miteinander, Maria betet dann ihr Lieblingsgebet[1], das Magnifikat, so wie wir es im morgigen Evangelium erfahren werden.

 

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

 

Sicher werden die beiden Frauen auch viel Gelegenheit gehabt haben, sich auszutauschen, mit einander zu reden. Ich stelle es mir so vor, dass sie auch über ihre beiden Ehemänner gesprochen haben, die sich ja beide – jeder auf seine Weise – etwas schwer getan haben mit den übernatürlichen, göttlichen Dingen, die sich zugetragen hatten. Ganz sicher haben sie auch für ihre Männer gebetet. Und das hat ja auch geholfen. Zacharias hat später seinen Glauben wieder gefunden, und Josef bekam einen Hinweis von Gott durch einen Engel im Traum.

 

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

 

Jetzt habe ich eine starke Fantasie. Aber ich stelle mir vor, dass die beiden auch heute noch im Himmel ein regelmäßiges Gebetstreffen für die vielen ungläubigen Ehemänner machen und Frauen, die jetzt auf der Erde leben, dazu einladen, dabei mitzumachen. Ich höre als Priester immer wieder von Ehefrauen, die den Weg des Glaubens allein gehen, die sich aber nach mehr Unterstützung durch ihre Männer sehnen. Wenn das stimmte, was ich in meiner Fantasie sehe, dann könnten diese Frauen nach dem Vorbild von Maria und Elisabeth sich zusammen tun, sie könnten einen „Magnificat"-Gebetskreis bilden – so würde ich es nennen – und regelmäßig gemeinsam mit Maria und Elisabeth für die Ehemänner beten. Ob es wahr ist, dass diese beiden heiligen Frauen zu solchen Gebetstreffen von Frauen einladen? Ich weiß es nicht, aber es ist eine schöne Fantasie.

 

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

 

Aber was auf jeden Fall richtig ist, ist, dass wir uns zusammen tun sollen zum Gebet und zum Austausch, so wie Maria und Elisabeth. Jeder braucht mindestens einen Gebetspartner oder eine Gebetsgruppe. Wenn man allein geht, dann hat man definitiv zu wenig Unterstützung. Daher finde ich die Einrichtung von Hauskreisen sehr wichtig. Wenn man einen lebendigen Glauben lebt, dann sollte man wirklich überlegen, ob man nicht in einem Hauskreis („Gebetskreis", „Bibelkreis", es ist nicht wichtig, wie man das nennt, Hauptsache, es ist eine kleine Glaubensgemeinschaft) teilnimmt, oder ob man einen gründet. Wer Schwierigkeiten hat, einen Hauskreis für sich zu finden, der wendet sich am besten an einen Priester. Der Priester findet oft Menschen, die auch einen Kreis suchen und kann helfen, die Personen mit einander bekannt zu machen.

 

Gebet:

Jesus, du zeigst uns, wie wichtig das gemeinsame Gebet ist. Bitte hilf allen, die jetzt noch allein sind, dass sie Glaubensgemeinschaft finden. Danke für das Vorbild von Maria und Elisabeth, die zusammen kommen zum Beten. Ganz sicher haben sie auch für ihre Männer gebetet. Gib, dass die gläubigen Frauen voll Freude und Hoffnung gemeinsam für ihre Ehemänner beten und sie so hinziehen zu dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

 

 

 



[1] Ich habe in Medugorje erfahren, dass Maria den Sehern gegenüber das Magnificat als ihr Lieblingsgebet bezeichnet hat. 

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