Dienstag, 12. Dezember 2017

Lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? (Mt 18,12)

02 Woche im Advent  – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,12-14.

In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht

 

Tagesimpuls:

 

Lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?  (Mt 18,12)

 

Dies ist eine hoffnungsvolle Nachricht für alle, die sich verirrt haben, für alle Sünder. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht würdig bin, dass ich alles vermasselt habe, dass ich schon wieder gefallen bin, dass ich es wohl nie schaffen werde, ein guter Christ zu sein, genau dann lässt Jesus für mich alle anderen zurück und sucht nur mich. Es gibt keine Schuld, die so groß ist, dass Jesus sagen würde: „Jetzt ist Schluss, jetzt suche ich dich nicht mehr,  bei dir hat es sowieso keinen Zweck." Im Gegenteil, je größer die Schuld, je größer das Gefühl der Verlorenheit, umso mehr sucht mich Jesus.

 

Lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?

 

Damit macht Jesus mir aber auch Mut, die Verlorenen zu suchen. Auch ich muss als Priester manchmal die 99 im Stich lassen, um mir Zeit für das eine Verlorene zu nehmen. Die 99 verstehen das nicht, sie sind sogar mitunter böse und sagen: „Für uns hat der Pastor keine Zeit." Man kann auch nicht alles erklären, warum man wann an einem bestimmten Ort sein muss. Man kann nicht alles tun, aber man muss sich Zeit nehmen für die Verlorenen, für die Menschen, die suchen, die noch keinen intensiven Kontakt zur Kirche haben.

 

Lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?

 

Vielleicht geht es nicht nur Priestern so. Vielleicht muss jeder von uns manchmal die 99 enttäuschen, um für eine bestimmte Person da sein zu können, die mich jetzt braucht. Wir müssen und können nicht allen alles Recht machen. Wir sollen den Willen Gottes tun, und da kann es vorkommen, dass wir mal Menschen enttäuschen müssen. Jesus macht uns Mut, dass wir nach seinem Willen leben, und nicht nach dem, was die anderen von uns wollen.

 

Gebet:

Jesus, ich will nach deinem Willen leben. Ich selber erlebe mich oft als der Verlorene, den du suchst. Ich kann mir nichts auf meine eigenen Verdienste einbilden, ich bin immer auf deine Barmherzigkeit angewiesen. Ich danke dir, dass du mir so viel Mut machst, an deine Barmherzigkeit zu glauben. Hilf mir, mit mir selber und mit anderen barmherzig zu sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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