Montag, 4. Dezember 2017

Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. (Mt 8,6)

01 Woche im Advent – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,5-11.

In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:
Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.
Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.
Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.
Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

 

Tagesimpuls:

 

Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.  (Mt 8,6)

 

Dieser Vers betont die Wichtigkeit der Fürbitte der glaubenden Menschen. Der Hauptmann bittet nicht für sich selber, sondern für seinen Diener. Glaubende Menschen treten für einander und für die Welt ein im Gebet. Und Jesus sagt: „Ich will kommen und ihn gesund machen." Das könnte wie ein Programm für den Advent sein. Jesus kommt in die Welt, um uns gesund zu machen, um die Welt gesund zu machen.

 

Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.

 

Im Advent wird die Sehnsucht der Beter nach Gott betont: „Oh Heiland, reiß die Himmel auf!", „Oh komm, oh komm, Emmanuel!" Das Volk Israel, die Christenheit, ja die ganze Welt seht sich nach dem Eingreifen Gottes, danach, dass Jesus kommt und heilt. Und dann sagt Jesus wie eine Antwort auf unsere Bitten: „Ich will kommen und ihn gesund machen."

 

Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.

 

In diesem Wechselspiel von Sehnsucht und Erfüllung hat unsere Fürbitte einen wichtigen Platz. Wir müssen unsere Sehnsucht erkennen und aussprechen. An einer anderen Stelle fragt Jesus den blinden Bartimäus: „Was willst du, dass ich dir tun soll?" Er soll seine Not aussprechen. Das genau ist es, was der Hauptmann tut. Er tritt an Jesus heran und spricht sein Anliegen aus. Das ist Fürbitte. Gott will, dass wir bitten. Irgendwie macht er sich von unserer Sehnsucht, von unseren Bitten abhängig. Die reiche Wohlstandsgesellschaft bittet weniger, und hier erleben wir weniger Zeichen von Jesus. In den armen Ländern ist es anders. Dort wird inständiger gebetet, und dort gibt es mehr Zeichen. Aber dann können wir doch genau unsere geistliche Unterernährung als unser Anliegen, als unsere Sehnsucht, vor Jesus tragen. Wenn es bei uns nicht so sehr die materielle Not ist, dann bitten wir doch Jesus darum, dass er unsere geistige Not lindert, dass er uns wieder mehr Glauben schenkt, dass er den Menschen hilft, ihre Sehnsucht zu erkennen und im Gebet zu formulieren. Nehmen wir uns heute vor, als Fürbitter für unsere Mitmenschen einzutreten wie der gute Hauptmann!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir in der Bibel lernen können, dass wir beten sollen. Du willst zu uns kommen und uns helfen. Das machen wir uns in der Adventszeit besonders bewusst. Wir erwarten dein Kommen. Ja, Jesus, ich will wie der gute Hauptmann heute die Not der Menschen und die Not der Welt im Gebet vor dich tragen. Und ich bitte dich besonders darum, dass du uns wieder mehr Glauben schenkst, dass der Hunger nach dir wächst, dass wir unsere Armut erkennen, und dass viele Menschen dich kennen lernen.

 

 

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

 

 

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