Freitag, 11. August 2017

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. (Mt 16,24)

18 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 16,24-28.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

 

Tagesimpuls:

 

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. (Mt 16,24)

 

Im ersten Moment löst dieser Satz Jesu Unbehagen bei mir aus. Daran erkenne ich, dass ich mich wieder neu einstellen muss auf Jesus. Und für mich heißt das, dass ich erst mal wieder zur Ruhe und zum Gebet kommen muss. Das Gebet erneuert dann meine Liebe zu Jesus, der Heilige Geist beginnt dann stärker in mir zu wirken, und dann kann sich mein Wille einstimmen auf den Willen Jesu, in mir kann die Bereitschaft zum Kreuztragen, zur Selbstverleugnung wachsen. Daran erkenne ich, dass die Nachfolge Jesu eine Gnade ist, die nur der Heilige Geist in mir wirken kann. Ich sehe aber auch, dass ich die Tür für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen muss durch meine Hinwendung zu Jesus, durch mein Gebet.

 

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

 

Es gibt Menschen und Situationen, in denen die Selbstverleugnung sogar ganz natürlich gelingt, z.B. bei Müttern oder bei Liebenden. Die sind einfach bereit, für den anderen alles zu tun, koste es, was es wolle. Aber als Jünger Jesu wollen wir das nicht darauf ankommen lassen, ob unsere Natur uns gerade diesen Ansporn zur Selbstverleugnung eingibt oder nicht. Wir wollen diese Haltung immer leben, in allen Situationen, auch wenn unser natürlicher Antrieb uns dabei nicht zu Hilfe kommt. Daher müssen wir es mit der Kraft des Heiligen Geistes machen. Und daher brauchen wir viel Gebet. Wenn das Gebet nachlässt – so ist es jedenfalls bei mir – dann lässt auch diese Haltung nach, die Bereitschaft zur Selbstverleugnung und zum Kreuztragen wird immer geringer.

 

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

 

Bitten wir also Jesus, bitten wir den Heiligen Geist, dass wir heute ganz als seine Jünger leben können! Unsere mitmenschlichen Beziehungen werden uns viele Gelegenheiten zur Selbstverleugnung geben. Immer wieder können wir kleine oder große Opfer bringen aus Liebe zu unseren Nächsten und aus Liebe zu Gott. Zeigen wir Gott, dass wir ihn lieben, nicht nur mit Worten, sondern mit Taten!

 

Gebet:

Jesus, es fällt mir nicht leicht, mich selbst zu verleugnen. Mein Ich will alles bekommen, alles haben, was es zu brauchen meint. Hilf mir, dass ich bereit bin, mein Kreuz zu tragen! Lass mich heute wirklich dein Jünger sein! Hilf mir, dass ich dich nicht nur in Worten, sondern in Taten liebe!

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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