Montag, 28. August 2017

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden. (Mt 23,16)

21 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 23,13-22.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.
Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.
Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht?
Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden.
Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht?
Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt.
Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

 

Tagesimpuls:

 

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.  (Mt 23,16)

 

Jesus spricht Klartext. Man könnte denken, dass er aus Ärger heraus spricht. So kommt es in der Welt oft vor. Menschen, die sich über etwas ärgern, sagen dem anderen ihre Meinung. Aber Jesus spricht nicht aus Ärger, er spricht aus Liebe. Gerade weil man jemanden liebt, soll man klar mit ihm umgehen. Etwas klar zu sagen, ist mehr Liebe, als wenn man aus falscher Rücksichtnahme nicht die Wahrheit sagt. Oft gehen wir zu höflich miteinander um, enthalten dem anderen die Wahrheit vor, auf die er ein Recht hätte, sie zu erfahren. Wenn wir einander wirklich lieben, dann sollen wir auch ehrlich sein und die Wahrheit sagen.

 

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.

 

Es kommt sehr auf den Ton an. Jemand spürt, ob ich aus Ärger oder aus Liebe spreche. Unsere Mitmenschen brauchen keine Härte, sie brauchen aber die Wahrheit. Härte entsteht oft aus Ärger. Härte ich normalerweise nicht gut. Das gilt ebenso für einen spitzen oder zynischen Unterton. Das alles ist nicht gut. Aber in Milde und Güte die Wahrheit klar und deutlich zu sagen, aus einem Herzen, das voller Liebe ist, das ist gut, das ist Liebe.

 

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.

 

Noch eins sehen wir hier bei Jesus. Er gibt Beispiele. Das heißt, er macht sich die Mühe, sich in seine Zuhörer hineinzuversetzen. Er überlegt sich: wie muss ich es sagen, dass sie mich verstehen? Man muss sich mit der Denk- und Lebensweise des anderen auseinandersetzen, wenn man ihn liebt. Wenn Jesus keine Ahnung von all diesen Praktiken der Pharisäer gehabt hätte, dann hätte er ihnen nicht helfen können. Aber er hat sich darum bemüht, ihr Leben und Denken zu verstehen. So konnte er an Hand von treffenden Beispielen ihnen helfen, zu verstehen, was er meint.

 

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.

 

So ist Jesus für uns ein Vorbild. Auch wir können versuchen, unsere Mitmenschen zu verstehen, auch wenn sie einen anderen Glauben oder andere Anschauungen vertreten. Wenn wir sie verstehen, dann können wir ihnen bei Gelegenheit die Widersprüchlichkeiten ihres Lebens und Denkens aufdecken. Und wenn wir das tun, dann sagen wir die Wahrheit in Liebe. Gerade weil wir unsere Mitmenschen lieben, sagen wir ihnen die Wahrheit. Es kommt dabei natürlich immer auf die Situation an, auf den richtigen Zeitpunkt. Es gibt dabei keine feste Regel. Das Hören auf den Heiligen Geist kann durch nichts ersetzt werden. Ohne seine Führung geht es nicht. Aber wenn er in uns wirkt, dann ist unser Herz voll Liebe.

 

Gebet:
Jesus, ich danke dir für dein Vorbild. Ich danke dir für die Art, wie du mit den Pharisäern gesprochen hast. Du kanntest sie und konntest ihnen deswegen auch helfen. Du hast sie geliebt, du hast ihnen verziehen. Du hast ihnen auch die Wahrheit gesagt, damit sie eine Gelegenheit bekamen, sich weiter zu entwickeln. Hilf mir, dass ich ebenso liebevoll mit Menschen umgehen kann, die nicht meine Meinung und meinen Glauben vertreten.

 

 

Pastor Roland Bohnen  

 

 

 

 

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