Mittwoch, 30. August 2017

So erscheint ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. (Mt 23,28)

21 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 23,27-32.

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung.
So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten
und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden.
Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid.
Macht nur das Maß eurer Väter voll!

 

Tagesimpuls:

 

So erscheint ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. (Mt 23,28)

 

Jesus sieht unser Herz. Es nützt nichts, wenn wir nach außen vor den Menschen als gut dastehen. Im Gegenteil, es wäre viel besser, wenn wir mal unseren Stolz verlieren und uns helfen lassen würden, z.B. bei der Beichte, da müssen wir unseren Stolz verlieren und zugeben, wie es wirklich aussieht in uns. Beim Arzt zeigt man auch seine kranke Stelle, auch wenn es peinlich ist. Wenn man es nicht zeigen will, dann kann der Arzt nicht helfen. Aber denken wir einmal darüber nach, wie viel wir aufwenden, um nach außen, vor den Menschen, gut dazustehen! Dieselbe Kraft sollten wir verwenden, um in einer guten Beziehung zu Jesus zu leben. Und gegenüber den Menschen ist es gar nicht schlecht, wenn wir einmal schwach dastehen, das ist sehr gut für unsere Demut.

 

So erscheint ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.

 

Wenn wir erkennen, dass es in uns Lebensbereiche gibt, die nicht heil sind, dann sollten wir unseren Stolz überwinden und uns helfen lassen. Dazu gibt es Seelsorge, es gibt Beichte, es gibt vielfältige Angebote zu seelsorglichen Diensten bei Einkehrtagen oder auch in Gemeinden und Gemeinschaften. Ich denke z.B. an Kurse für Ehepaare, ich denke an Heilungsexerzitien, Heilungsgottesdienste und vieles mehr. Ja, man muss sich vielleicht eine Blöße geben. Wenn z.B. – um mal ein krasses Beispiel zu geben – in einem Gottesdienst in den USA gefragt wird, wer mit Abhängigkeiten wie z.B. Pornographie zu tun hat, soll jetzt mal aufstehen, damit für ihn gebetet werden kann, man müsse sich in diesem geschützten Raum nicht schämen, und dann werden die Umstehenden eingeladen, den Betreffenden die Hände aufzulegen und für ihn zu beten – dann geht das schon mächtig gegen den Stolz. Ich will dieses Beispiel nicht als Norm darstellen, dass man es so machen müsse, ich sehe auch, dass man da viele berechtigte Bedenken vorbringen kann. Mir geht es hier nur um diesen einen Punkt: will ich nach außen vor den Menschen gut dastehen, oder ist meine Beziehung zu Gott das Wichtigste, sehne ich mich danach, dass mein Herz rein wird? Und wenn der Stolz und die Sucht nach Anerkennung der Menschen meiner Heilung im Weg steht, dann ist das sicher nicht im Sinne Jesu.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du so sehr um unser Inneres besorgt bist. Du warnst uns heute, dass wir unserer Sucht nach Anerkennung der anderen nicht zu großen Raum geben. Jesus, ich will mich um das reine Herz bemühen. Jesus, schenke mir ein reines Herz, und wenn ich auf dem Weg der Heilung auch manchmal meinen Stolz vor den anderen verlieren muss, so will ich diesen Weg doch gehen. Befreie mich von aller Menschenfurcht!

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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