Samstag, 5. August 2017

Herr, es ist gut, dass wir hier sind. (Mt 17,4)

06 August – Verklärung des Herrn

 

EVANGELIUM

Mt 17, 1-9

 

In jener Zeit

1nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.

2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.

3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.

4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.

6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.

7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!

8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.

9Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Herr, es ist gut, dass wir hier sind.  (Mt 17,4)

 

Die Jünger dürfen eine besondere Erfahrung der Gegenwart Gottes machen. In dieser Gegenwart sind auch die Heiligen anwesend. Sie sind also ein Stück weit in den Himmel versetzt, oder der Himmel kommt auf die Erde und umhüllt sie. Kein Wunder, dass Petrus sagt:

 

Herr, es ist gut, dass wir hier sind.

 

Es ist gut, in der Gegenwart Gottes zu sein. Wenn wir beten, dann sehnen wir uns danach. Auch wir gehen dazu auf einen hohen Berg, d.h. weg von allen Ablenkungen der Welt. Um in die Gegenwart Gottes eintreten zu können, müssen wir uns von den Ablenkungen distanzieren. Dass wir nach dem Gebet gern in die Welt zurückgehen, das ist selbstverständlich. Jesus predigt keine Weltflucht. Aber wenn wir uns vorher in die Gegenwart Gottes versetzt haben, dann können wir die Welt mit den Augen Gottes sehen. Wir sind dann anders in der Welt präsent, als wenn wir nicht gebetet hätten.

 

Herr, es ist gut, dass wir hier sind.

 

Wichtig ist aber, dass wir im Gebet wirklich diesen hohen Berg hinaufsteigen, dass wir wirklich die Gegenwart Gottes erleben. Zweifelsfrei war das, was im Evangelium beschrieben wird, ein Gnadenerlebnis, das wir niemals machen können, selbst wenn wir uns noch so anstrengen würden. Aber wir können uns öffnen oder auch verschließen für Gottes Geschenke. Wenn wir nur in der Welt leben, wenn wir uns nicht von Jesus beiseite nehmen lassen, dann wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir jemals diese Gegenwart Gottes erleben, viel geringer.

 

Herr, es ist gut, dass wir hier sind.

 

Man könnte einwenden, es gehe nicht um Erfahrungen, schon gar nicht um Gefühle oder besondere Zustände, sondern es gehe allein um die Liebe, um die Taten. An diesem Einwand ist etwas Wichtiges, Wertvolles. Hier wird das Ziel unseres Christseins formuliert. Aber ich bin sicher, dass Menschen, die sich nach der Gegenwart Gottes sehnen, die sich bemühen, sich immer wieder in diese Gegenwart hinein zu versenken, dass diese Menschen durch ihre Offenheit für die Gnade von Gott sehr viel Liebe ins Herz eingegossen bekommen. Diese Liebe können sie weiterschenken, und dann sind wir genau bei dem Ziel des christlichen Lebens. Die Liebe kennt eben viele Sprachen, viele Facetten. Und das Erleben der Gegenwart Gottes ist eine Art, wie wir Liebe empfangen und schenken. Das verändert unser Leben zum Positiven, dass heilt und macht uns zu mehr liebesfähigen Menschen.

 

Gebet:

Jesus, ich will immer wieder die Gegenwart Gottes suchen. Ich will mich hinaufnehmen lassen von dir auf diesen hohen Berg. Danke, dass du mich einlädst dazu. Ich bitte dich um Verzeihung, dass ich schon so viele Gebetszeiten verschwendet habe, dass ich nicht wirklich zur Ruhe bei dir gekommen bin, obwohl ich gebetet habe. Hilf mir, dass mein Gebet nicht oberflächlich bleibt, sondern lass uns gemeinsam diese Tiefen der Gegenwart Gottes durchschreiten, damit mein Leben überquellen kann von Liebe. Danke dass du mir diese Sehnsucht geschenkt hast, und ich glaube, dass du sie erfüllen wirst.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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