Montag, 14. August 2017

Also sind die Söhne frei. (Mt 17,26)

19 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 17,22-27.

In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger in Galiläa zusammen waren, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden,
und sie werden ihn töten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig.
Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht?
Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?
Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.
Damit wir aber bei niemand Anstoß erregen, geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul, und du wirst ein Vierdrachmenstück finden. Das gib den Männern als Steuer für mich und für dich.

 

Tagesimpuls:

 

Also sind die Söhne frei. (Mt 17,26)

 

Wir sind freie Kinder Gottes. Wir müssen uns um viele Dinge keine Sorgen machen, wenn wir nur im Willen Gottes leben. Gott kann sich um alle unsere Angelegenheiten kümmern. Das heißt aber nicht, dass wir alles schleifen lassen sollen, denn das wäre nicht der Wille Gottes. Wenn jemand z.B. einen Arbeitsvertrag hat, dann soll er pünktlich zur Arbeit gehen. Es wäre nicht der Wille Gottes, dass er zu spät kommt. Und wenn einer eine bestimmte Summe Geldes im Monat verdient, dann ist es nicht der Wille Gottes, dass er mehr ausgibt als er sich leisten kann. Wenn wir uns also in diesem Sinne an den Willen Gottes halten, dann müssen wir uns keine Sorgen mehr um die weltlichen Dinge machen, dann sorgt Gott dafür.

 

Also sind die Söhne frei.

 

Das gibt uns eine große Freiheit. Wir müssen uns nicht über weltliche Dinge streiten. Jesus hat nie zur Rebellion gegenüber staatlichen Institutionen aufgefordert. Manche Jünger hätten gern gehabt, dass er gegen Herodes oder gegen die Römer gewettert hätte, aber er hat es nicht getan. Auch in den nächsten Generationen haben die Christen nicht gegen die staatliche Autorität rebelliert, auch wenn man weiß, dass diese ungerecht ist. Wir Christen haben so viele bessere Mittel, eine Gesellschaft zu verbessern, wir müssen nicht auf gewaltsame Revolutionen setzen. Wir haben das Mittel der Erziehung der Jugend, wir haben das Gebet, wir haben die Nächstenliebe. Damit verändern wir die Gesellschaft nachhaltig. Bei einer Revolution ist außerdem, wie die Geschichte zeigt, immer das Problem, ob das, was danach kommt, wirklich besser ist als das, was vorher war.

 

Also sind die Söhne frei.

 

Die Christen haben sich immer bemüht, gute Staatsbürger zu sein. Schon Herodes, der zur Zeit der Geburt Jesu regiert hat, lag falsch, als er befürchtete, Jesus wolle ihm die Königswürde streitig machen. Nein, wir Christen sind eher konstruktiv, wir unterstützen alles Positive, was wir in der Gesellschaft finden. Wir kooperieren mit allen Institutionen, die etwas Gutes für die Menschen bewirken. Wir sind Sauerteig in der Welt. Wir bringen den Segen Gottes in alle Strukturen und Gruppen der Gesellschaft hinein.

 

Also sind die Söhne frei.

 

Überprüfen wir, ob wir als Christen gegenüber dem Staat und den gesellschaftlichen Institutionen korrekt handeln! Zahlen wir unsere Steuer? Zahlen wir sie korrekt, oder versuchen wir, zu betrügen? Engagieren wir uns auf gesellschaftlicher Ebene, oder meckern wir nur, wenn etwas nicht gut läuft? Das kann sein im Elternrat im Kindergarten, in der Klassenpflegschaft, in einer Partei oder Initiative, im caritativen Bereich, oder in einem Verein? Uns Christen liegt die Gesellschaft am Herzen, wir lieben unsere Mitmenschen, und deswegen wollen wir unseren guten Einfluss in ihr geltend machen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich in diese Gesellschaft hineingestellt hast. Ich bin frei, ich muss mir keine finanziellen Sorgen machen, solange ich in deinem Willen lebe. Ich soll meine Kräfte für die Gesellschaft einsetzen, so wie es für mich angemessen ist. Ich danke dir, dass ich deinen Segen in die Gesellschaft tragen kann, dass du mir sehr viel Hoffnung für unsere Gesellschaft schenkst. Mit deiner Hilfe können wir unser Zusammenleben gut gestalten.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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